Die letzten Wochen waren für uns recht arbeitsreich, es mussten noch ein paar Dinge am Hiasl erledigt werden. Als erstes kommt die Edelstahlwanne rein, die wir im Mai!!! in Auftrag gegeben haben und schon Anfang September konnten wir sie bei einem hiesigen Metallbaubetrieb abholen. Wahrscheinlich Personalmangel. Auch der Faltenbalg wird final befestigt und der Durchgang mit Armaflex isoliert. Die Lackierarbeiten mussten wir allerdings nach zwei Seiten beenden, da die Temperaturen einfach zu niedrig waren und Halle haben wir nicht. Dann hat sich noch eine der Starterbatterien verabschiedet, also entscheiden wir uns dazu zwei von den Aufbaubatterien zum Starten zu benutzen und für die Kabine kommt nun eine Lithiumbatterie rein. Zu guter Letzt bekommt der Lkw eine neue Tachowelle und neue Vorderreifen. Und nach „Turbobeladen“ sind wir dann heute am 19. Oktober endlich wieder unterwegs. Noch schnell in Tschechien tanken, bei 1,234€/l und zwei fast leeren Tanks rentiert sich das! Nun sind noch zwei Tage für Familie in Oberbayern reserviert, bevor wir Richtung Spanien aufbrechen.
Über die Lindauer Autobahn geht es zügig bis kurz vor Bregenz, denn da müssen wir runter um die österreichische Maut zu vermeiden. Nach einer zähen durchfahrt durch Bregenz fahren wir wie gewohnt zum Schweizer Grenzübergang bei Höchst. Doch leider ist das Zollamt hier nicht mehr geöffnet, das wir brauchen um uns die Befreiung von der Schwerlastabgabe für historische Fahrzeuge abzuholen. Ein mürrischer Zöllner erklärt uns, dass wir wieder zurück zur Grenze bei Lustenau müssen. Dort auf dem Zollamt wollte uns dann ein Wichtigtuer die Befreiung verweigern mit der Begründung, dass der Fahrradträger nicht historisch sei. So ein Depp! Sein älterer Kollege sieht das aber anders und wir halten bald den gewünschten Zettel in den Händen. In der Nähe von Wil wollen wir auf einen Parkplatz übernachten und geraten aber in einen ordentlichen Stau auf der Ausfahrtsspur. Aber was sind schon 20 Minuten für einen Rentner?
In der Nacht hat es zu regnen begonnen und leider hält er den ganzen Tag an. Auf der Autobahn geht es mit viel Verkehr und noch mehr Baustellen an Winterthur, Zürich und Solothurn vorbei. Bei Biel verlassen wir die Autobahn und weiter geht es hinauf auf die Hochebene des Berner Jura. Es regnet nach wie vor, was die Stimmung trotz der schönen, herbstlichen Landschaft etwas trübt. Nervig ist zudem, dass in fast allen Ortschaften die Straßen aufgerissen sind und es immer wieder zu Staus kommt. In Le Locle passieren wir die Grenze zu Frankreich und sind gleich darauf in Villers Le Lac, wo wir auf einem Parkplatz am Doubs übernachten wollen. Allerdings ist dieser so schief, dass wir noch nach Morteau weiterfahren zu einem Großparkplatz. Nicht schön, aber für heute reicht es. Dachten wir, bis Wolfgang entdeckt, dass sich ein Keilriemen vom Lüfter schon wieder verabschiedet hat. Grrr, ich bin dafür verantwortlich, dass sich das aufgebockte Vorderrad dreht. Gar nicht so leicht! Aber es hat dann geklappt und zwar genau dann, als aus dem Nieselregen wieder ein Starkregen wird. Nach einer für mich schlechten Nacht, wegen Regen und Sturm, sind wir am überschwemmten Doubs entlang gefahren, vorbei an den geschichteten Felsformationen, bis Pontarlier, wo wir den Hyper U geentert haben und viele Leckereien den Weg in den Lkw finden! Wir bleiben weiter auf Höhe, so um die 900 m, und haben Arbois als Ziel. Doch sechs Kilometer davor gibt es eine weiträumige Umleitung. Doch wir finden ein kleines Strässchen, damit wir nicht ganz außen rum müssen. Tja, irgendwann ist es ab 3,5 to gesperrt, aber Brücke soll keine kommen. Dafür hat der Sturm einen Baum quer über den Weg gelegt. Nasse Wiese mögen wir eigentlich nicht, aber viele Alternativen gibt es nicht. Und es geht alles gut und über eine serpentinenreiche Strecke sind wir dann bald – also eine Stunde später als gedacht – in Mesnay bei Arbois auf einem Parkplatz angelangt. Wegen des Regens passiert heute außer einem Gewitter nicht mehr viel.
Endlich hört es nach dem Frühstück zu regnen auf! Bevor es sich Petrus wieder anders überlegt, starten wir zu einem Spaziergang zu den cascades de tufs. Die sind mit dem vielen Wasser natürlich prächtig anzuschauen – na, für irgendwas musste das ja gut sein – nur der geplante Rundweg ist ohne Neopren nicht machbar. Also ist an dem oberen Wasserfall bei der Brücke Schluss und für uns geht es zurück. Aber egal, schön war es trotzdem und wenigstens etwas Bewegung. Über die Jura-Hochebenen gelangen wir allmählich ins Burgund mit seinen, jetzt um diese Jahreszeit, goldenen Weinbergen. Eine echt tolle Landschaft! Im Rhônetal müssen wir durch Mâcon durchfahren, das wirklich nervig ist mit den zahlreichen Kreisverkehren und den unsäglichen speedbumps. Aber dann ist es nicht mehr weit zum Parkplatz beim Roche de Solutré. Obwohl es schon wieder arg bewölkt ist, hat man von dort eine Supersicht, also theoretisch, über die ganze Hügelkette mit den kleinen Winzerdörfern bis hinunter nach Mâcon.
Obwohl es schon ein bisschen nieselt, machen wir uns auf den Weg zum Roche. Steil und matschig geht es durch die Weinberge hinauf zum Normalweg. Aus Niesel wird Regen und als wir oben stehen sehen wir: nichts! Also kein Grund dort lange zu bleiben und über den normalen Weg geht es hinunter und dann wieder etwas bergauf zum Hiasl. Mit den nassen Klamotten und Heizung haben wir bald Saunafeeling, aber leider keinen Fichtennadelgeruch, sondern eher nasser Hund! Wir haben dann auch keine Lust mehr weiterzufahren und widmen uns dafür dem Strickprojekt bzw. dem E-Reader.
Auf dem Weg in die Auvergne wollen wir uns bei Champoly das Château des Cornes D'Urfé anschauen. Aber nichts zu machen, sämtlich Zufahrten zum Dorf sind wegen eines Trailrunning-Wettbewerbs gesperrt. Okay, dann eben nicht, regnet eh schon wieder. Wir halten bald darauf in Thiers, der Messerstadt und diese ist, vor allem an einem Sonntag, genauso verschnarcht wie vor fünf Jahren. Und bis auf die paar Messerschmieden ist auch alles geschlossen. Nun das reicht uns, denn wir brauchen noch ein Küchenmesser und zwei von den guten Gemüseschälern, damit wir parallel arbeiten können! In Peschadoires, wenige Kilometer außerhalb der Stadt gibt es für uns einen guten Übernachtungsplatz und heute ausnahmsweise mal nicht so schief!
In Clermont-Ferrand besichtigen wir nur einen großen Carrefour und brausen dann auf einer mautfreien Autobahn bis Issoire und weiter in das kleine Winzerdorf Boudes, wo die Gemeinde einen netten Stellplatz mit V/E kostenfrei zur Verfügung stellt. Von dort brechen wir zu einer Wanderung ins Vallée des Saints auf. An einer Weggabelung, wir gehen zeitlich etwas versetzt, biegt Wolfgang rechts ab und ich links. Er muss bald darauf einen sehr steilen und matschigen Pfad hinuntergehen, fast weglos, und kommt irgendwann wieder in Boudes an. Für mich geht es auf dem ausgeschilderten Rundweg an diversen Felsformationen vorbei mit mehreren Gegenanstiegen natürlich auch wieder zurück zum Parkplatz. Kann man das unter me time verbuchen?
Es ist strahlender Sonnenschein, eigentlich ein Tag für Aktivitäten. Aber ein Blick in die Wetter-App sagt uns, dass wir weiter in den Südwesten müssen, zudem sind wir beide ziemlich erkältet und müssen etwas langsamer machen. Weiter auf der kostenfreien AB bis St. Flour, das hoch oben auf einer Abbruchkante thront. Schon von weitem sieht man die zwei dunklen Türme der Kathedrale. Da wir sofort einen Parkplatz oben in der Stadt finden, laufen wir durch die engen Gassen, gesäumt von alten Steinhäusern. Aber auch hier nagt der Zahn der Zeit, viel Geschäfte sind geschlossen oder haben sehr übersichtliche Geschäftszeiten, Handyläden sind in der Überzahl. Wegen Filmaufnahmen sind diverse Straßen und Plätze gesperrt. Wir schauen uns die Kirche von innen noch an, relativ schlicht, und haben von der Panoramaterrasse einen schönen Blick auf die Umgebung. Danach geht es durch das Zentralmassiv immer auf Höhe, so um die 1000 m, durch eine wenig besiedelte, dafür stark landwirtschaftlich geprägte Region. Auf den Weiden sehen wir Charolais- und Aubracrinder, immer Kühe, Kälber und Stiere zusammen. Unser Lkw läuft heute zu Hochform auf, er meistert die überaus langen und steilen Ansteige mit knapp 70 km/h! Doch irgendwann geht es wieder runter ins Tal des Lot und wir fahren kurz nach Espalion zu den Clapas de Thubiès, ein „Fluss aus großen, eckigen Basaltblöcken“. Da sich der Parkplatz eher nicht zum Übernachten eignet, stellen wir uns im nächsten Dorf auf einen Stellplatz neben dem Friedhof.
Da St. Cômes d'Olt zu den schönsten Dörfern Frankreichs zählt, laufen wir trotz des starken Windes durch und es hat sich rentiert! Der Ortskern, der sich um die Kirche mit dem verdrehten Kirchturm verteilt, besteht aus alten, verwinkelten Steinhäusern mit kleinen Balkonen, Treppchen und Schieferdächern. Da sich der Ort auf dem Jakobsweg befindet, gibt es zahlreiche „Gîtes d'Etappe“ (Gästehäuser) für die Pilger. Auch das nahe gelegene Espalion ist einen Stopp wert. Über die 1000-Jahre alte Steinbrücke gelangen wir in die Altstadt, leider auch hier Leerstand, zu der Perse-Kirche, dem alten Stadtpalais und zu dem gut erhaltenen Portal eines Ursuliner-Klosters. Die Ortsschilder hier und viele Straßennamen sind übrigens auch in der okzitanischen Sprache beschriftet, „eine der führenden Literatursprachen Europas im Hochmittelalter“ (Wikipedia). Da uns der Wind doch recht auskühlt, sitzen wir aber bald wieder im Lkw und fahren noch über enge, steile Straßen rauf und wieder runter nach St. Just-sur-Viaur, wo es es einen Superplatz mit kostenloser V/E direkt am Viaur gibt. Danke an die Gemeinde! Der Spaziergang fällt mal wieder ins Wasser. Den holen wir aber am nächsten Tag bei strahlendem Sonnenschein nach. Und sammeln dabei auch noch ganz frische Maroni, die wir für unsere Balsamico-Linsen brauchen. Schmeckt einfach besser, als mit Kartoffeln. Aber damit wir überhaupt etwas kochen können, müssen wir zuvor noch einkaufen und zwar in einem großen Leclerc. Wir müssen uns da schon immer bremsen bei den ganzen Leckereien, die da angeboten werden!
Als wir dann kreuz und quer durch Albi fahren, bis wir endlich den richtigen Platz zum Übernachten gefunden haben, erhalten wir von vielen Passanten Daumen hoch und gezückte Handys. Na, endlich mal Leute mit Geschmack! Über die Fußgängerbrücke an der Eisenbahnbrücke laufen wir am nächsten Tag mit tollem Blick auf die Kathedrale und die “Alte Brücke“ in die Altstadt von Albi. Hier sind noch alle Häuser aus Terracottaziegeln errichtet, was mit den vielen Pflanzen vor den Fenstern und Türen und den kopfsteingepflasterten Gassen sofort ein mittelalterliches Flair verströmt. Durch das prächtige Eingangsportal gehen wir in die Kathedrale und sind erst mal sprachlos. Die vielen Kapellen sind mit bunten Fresken überzogen, ebenso das Gewölbe. Der Chor ist vom Kirchenschiff durch einen fein gearbeiteten Stuckzaun getrennt. Unter der großen Orgel befindet sich ein riesiges Gemälde aus dem 15. Jh., das das Jüngste Gericht darstellt. Für mich ist es eine der schönsten Kirchen, die ich je gesehen habe. Und ja, es waren schon einige! Nun muss aber wieder was weltliches her und zwar die Markthalle. Sehr sauber und etwas steril, aber mit gutem und gar nicht so teurem Angebot. Wolfgang gefällt besonders das Oktoberfestbier zum Schnäppchenpreis für 1,95 € die Flasche. Wir schlendern weiter durch die Stadt, genießen in einem Park die Sonne und benutzen auch mal die öffentlichen Toiletten. Der Weg hinab erinnert uns mit Grauen an die WCs in Tiflis – der Geruch verfolgt mich noch immer – aber alles okay, sogar Pflanzen gibt es hier und duschen kann man auch. Leider ist Mittagszeit und die Läden haben fast alle geschlossen, aber dafür sind die Gassen leer und wir können alle in Ruhe ablaufen, bis uns die Füße wehtun. Nach einer Erholungspause am Hiasl fahren wir zu einem Wanderparkplatz in den nordwestlichen Ausläufern der Montagnes Noirs. Dort hält uns dann der starke Wind die ganze Nacht auf Trab und außerdem auch noch das Geschieße von einem nahen Militärstützpunkt.
Heute ist ja ein Feiertag, nämlich Allerheiligen, und den nutzen wir zum Wäschewaschen und ein bisschen Hausputz, bevor wir uns wieder en route begeben. Über eine schöne, aber kurvenreiche Strecke über diverse Pässe kommen wir, vorbei an Carcassonne, nach St. Paul de Fenouillet. Da schlängeln wir uns gerade so mal durch und installieren uns ein paar Kilometer später auf einem großen und einsamen Parkplatz. Da für unser Auto sowieso bald Schluss ist (2m breit und 2,7 m hoch) gehen wir gleich von hier in die Gorges de Galamus. Über steile Treppen gelangen wir zur Ermitage de Galamus, deren paar kleine Häuser quasi in den Fels geklebt scheinen. Es gibt einen kleinen Souvenirshop und eine Felsengrotte mit großen Jesus- und Frauenfiguren. Wir wandern noch weiter in die Schlucht, wo man tief unten den Fluss erahnen kann, aber der Wind ist dort so stark, dass ich mich kaum noch auf den Beinen halten kann. Das macht dann bald keinen Spaß mehr und so geht es zurück zum Lkw. Östlich von Perpignan, in Canet-en-Roussillon, stellen wir uns zu noch einer Handvoll Wohnmobilen auf einen Strandparkplatz. Während der Saison verboten, aber jetzt ohne Höhenbegrenzung und erlaubt. Mit viel Wind geht es an den Strand, was meiner Frisur nicht so zuträglich ist, aber für heute ist es eh schon egal!
Leider reicht der Diesel eventuell nicht bis nach Spanien, und da wollen wir kein Risiko eingehen, also zwängen wir uns bei einem Intermarché in die enge Tankstelle und gönnen uns vorsichtshalber 20 Liter, bevor wir bei Le Perthus über die spanische Grenze rollen. In den Grenzorten beiderseits sind es jede Menge Läden, wo es es wohl vor allem billigen Alkohol und Tabakwaren gibt. Aber so was brauchen wir nicht, haha. In Figueres biegen wir nach Westen ab zu einem kleinen Dorf, Sant Jaume de Llierca, und installieren uns an einem kleinen Fluss. Heute Nacht hatten wir nur 5° und mit dem Fluss nebenan, hat das ganze Auto getrieft. Gott sei Dank nur außen, aber die Dachfenster leider auch von innen. Immerhin hat es noch nicht getropft. Wir wollen nun etwas Geschwindigkeit rausnehmen – nicht, dass es wieder so ein Roadtrip wie die Skandinavienreise wird – darum fahren wir heute nur bis Ripoll. Dort klappern wir dann sämtliche Supermärkte ab, in der Hoffnung grünen Tee, also keine Beutel, zu finden, denn unsere Vorräte haben wir anscheinend zu Hause vergessen. Und ohne grünen Tee am Morgen geht bei uns nichts! Aber Spanien ist wohl nicht das Land der Teetrinker. Da Wolfgang immer noch hustet, wandere ich bei schönstem Herbstwetter hinauf zur Ruine Sant Bartomeu, mit Weitblick über die Stadt und in die Pyrenäen, die aber ziemlich im Dunst liegen. Viele Wildschweinspuren begleiten mich dann über Forstwege wieder runter und über einen Radweg laufe ich zurück nach Ripoll. Dort widme ich mich dann seit langem mal wieder einem Strickprojekt!
Der in der Nacht einsetzende Regen hält noch bis zum Mittag an und wird am Morgen von heftigen Gewittern begleitet. Wir lassen uns Zeit, bevor wir Richtung Westen aufbrechen. Durch einen wunderschönen bunten Herbstwald geht es auf engen, steilen und kurvigen Straßen bis auf 1000m hinauf. Wir passieren nur ganz wenige Dörfer und vereinzelte Gehöfte. Ab dem Pass ändert sich die Landschaft, aus dem Wald werden Felder und vor allem Weiden. An der ersten größeren Stadt Brega fahren wir vorbei, unser Ziel ist Solsona, wo wir bei einer günstigen Tankstelle (1,245€/l) unsere beiden, fast ziemlich leeren Tanks auffüllen. Bald darauf sind wir auf einer Landzunge im Panta de Rialb angekommen, wo es allerdings fast sofort wieder zu regnen beginnt.
Heute nach dem Frühstück gehen wir unser Kühlschrankproblem an. Wir haben viel zu viel Feuchtigkeit im Innenraum und dadurch auch eine starke Eisbildung im Gefrierteil. Beim gestrigen Videocall mit der Fa. Kissmann meinte der Techniker, dass wohl an der Hinterseite eine Undichtigkeit vorliege und der Kühlschrank Warme Falschluft bekommt. Also alles ausgeräumt, abgetaut und ausgebaut, was auf Grund der engen Platzverhältnisse nicht so einfach ist. Und ja, es sieht so aus, als ob sich das Dichtmittel im Laufe der Zeit (knapp drei Jahre) von der Rückwand gelöst hat. Also alles mit elastischem Dichtmittel behandelt und wieder eingebaut und nun hoffen wir, dass das Problem gelöst ist. Den Rest des Tags nutzen wir zum Spazierengehen, allerdings enden die beiden Sträßchen jeweils bald im See. Aber ist eh schon spät, also wird noch schnell Holz gesammelt und endlich mal wieder ein Lagerfeuer angezündet!
Boah, es regnet schon wieder! Wir behalten die westliche Richtung bei, halten kurz in Artese de Segre zum Wassertanken und im Ort holen wir uns sehr leckere Muffins und Croissants zum Kaffee. Mittlerweile kommt auch die Sonne zum Vorschein und wir nähern und der Westseite des Panta de Canelles. Ab dem Dorf Estopiñán del Castillo endet der Teer und es geht recht ruppig über einen ausgewaschenen Kiesweg weiter. Den Parkplatz bei der Puente de Penavera ignorieren wir mal und folgen dem Weg. Der wird noch schlechter und wir sind froh über unsere Bodenfreiheit. Das Internet hat sich nun auch verabschiedet und so wissen wir nicht, ob sich am Ende des Weges eine Gelegenheit zum Übernachten befindet. Nach 10 km Geschaukle entdecken wir eine halbwegs gerade Fläche, wo wir uns für die Nacht einrichten. Diese ist dann auch recht kalt, so 5°, und am Morgen ist zäher Nebel um uns. Aber dann reißt es auf, Sonne pur und wir stiefeln los. Und klar gibt es bei den Ruinen von Finestres einen Parkplatz, den halt fast niemand anfahren kann. Aber wir wollen uns ja auch bewegen. Zuerst laufen wir zu der Ermita de San Marco, von wo man einen fantastischen Blick hinüber zu den Muralla de Finestres hat, sozusagen eine kleine chinesische Mauer in Spanien. Dort sehen wir noch innerhalb der „Mauern“ eine Kirchenruine und es ist nicht allzu weit von hier. Nach einer Mini-Klettereinlage stehen wir neben der Ruine von San Vicente und blicken auf des grünblaue Wasser des Sees, die rötlichen Felsen und die grünen Wälder mit roten und gelben Tupfern. Es ist so schön hier! Nach einer ausgiebigen Pause wandern wir zurück, schauen uns noch die fast eingestürzten Häuser des Dorfes an und genießen am Hiasl noch die Sonne. Aber nicht lange! Denn Wolfgang will das Fahrerhaus kippen und ein bisschen auf den Beulen rumhämmern, denn diese schlagen bei starker Verschränkung am Rahmen des Durchgangs an. (Früher war die LKW-Plane als Puffer dazwischen, dadurch ist sie aber auch kaputt gegangen.) Das nimmt dann doch geraume Zeit in Anspruch, so dass nur eine klitzekleine Zeitspanne für die Sonnenzeit bleibt. Dafür gibt es aber wieder ein Lagerfeuer und Abendrot!
Die gestrige OP m Hiasl war erfolgreich! Die schlimmen Geräusche sind nun weg und wir können nun die Rückfahrt zum Teer so richtig genießen. Wir verlassen nun endgültig die Berge und rollen durch eine stark landwirtschaftlich geprägte Region mit ganz vielen Schweineställen. Man riecht es auch sehr deutlich! In Fraga kaufen wir ein und bleiben geraume Zeit auf einem Parkplatz mit gutem Internet stehen, denn das war die letzten zwei Nächte so gut wie gar nicht vorhanden. Zudem stehen wichtige Telefonate an. Unsere jüngste Enkelin wird heute zwei Jahre alt! Am Nachmittag fahren wir zum Ebro und richten uns auf einer Halbinsel nördlich von Caspe ein. Hurra, wir werden von der Sonne geweckt, das ist ja mal was Neues, kein Regen und kein Nebel. Aber als wir uns dann gemütlich vor das Auto setzen, merken wir bald, dass wir so viel Wärme gar nicht mehr gewöhnt sind. Wir halten natürlich tapfer durch. Ein Deutscher, der seit fünf Jahren hier um die Ecke wohnt, kommt mit seinen zwei Hunden vorbei. Er erklärt uns die Vorzüge hier gegenüber von Deutschland, z. B. viel geringere Kosten fürs Wohnen, günstigere Preise in den Bars, mehr Fürsorge des Staates u. v. m. Es war recht interessant mit ihm zu plaudern, aber hier wollen wir dann doch nicht leben. Ein Spaziergang führt uns um die Halbinsel herum, durch eine ausgedehnte Kirschenplantage, wo wir zuvor aufgeklärt wurden, dass man in Spanien nicht mit Spritzmittel spart. Also keine Kirschen aus Spanien mehr essen!
Dichter Nebel am Morgen, der sich später bei steigenden Temperaturen auflöst. Über Caspe, größer als gedacht und mit guter Infrastruktur, geht es auf guter Straße zuerst vom Ebro weg und kurz nach nach Gandesa immer am Fluss entlang bis Tortosa. In Gandesa kommen wir an einer ausnahmsweise geöffneten Autowaschanlage vorbei, wo wir auch drunter passen. Wir verprassen unsere letzten drei Euromünzen um den Hiasl wenigstens von dem schlimmsten Dreck zu befreien. Nach Tortosa fahren wir hinein ins Ebrodelta und wegen des schönen Namens haben wir uns einen Parkplatz am Eukaliptus-Strand ausgesucht. Tja, der letzte Kilometer ist eigentlich mehr ein Naturkanal als ein Kiesweg. Wir fahren gaanz langsam, schließlich ist der Lkw frisch gewaschen, aber so ganz ohne Spuren geht es doch nicht! Wir machen einen langen Strandspaziergang und haben die unsinnige Idee einen Schlenker zu dem offiziellen Parkplatz zu machen. Hin kommen wir ja noch einigermaßen trockenen Fußes, aber dann hüpfen wir erst noch von Gewächs zu Gewächs und als das auch noch ausbleibt, werden nun Schuhe und Füße auch noch gereinigt. Da hier Übernachten verboten ist, machen wir uns danach noch auf den kurzen Weg zu einem Platz in Els Mutells neben der Schule. Unser Glück: der kleine chiringuito (Kiosk) ist geöffnet und wir gönnen uns ein Gläschen Rotwein. Da wir links und rechts geflutete Reisfelder haben, weht die ganze Nacht ein nicht so wohlriechendes Lüftchen.
Nachdem wir wegen gesperrter Straßen in Vinarós rumirren, und auch beim Carrefour noch unsere Vorräte auffüllen müssen, ist es schon gut Mittag vorbei, als wir endlich „on the road“ sind. Weit kommen wir dann heute nicht mehr und so bleiben wir in Morella und installieren uns auf dem Parkplatz neben der Schule. Sehr modern übrigens, alles verglast, im Südosten Korridore und die Klassenzimmer mit kompletten Fensterfronten nach Nordwesten ausgerichtet und dazu noch Grasdächer! Hier auf gut 1000m Höhe ist es recht frisch und so gehen wir mit dicken Jacken durch den Ort, der sich mit vielen steilen Gassen unterhalb der Festung an den Berg schmiegt. Es ist jetzt kurz nach 17:00 und die Einwohner kommen alle raus um Einzukaufen, ein Schwätzchen zu halten oder mit Freunden einen Kaffee in der Bar zu Trinken. Wir laufen erst alles ab, die Kirche mit dem prächtigen Portal bleibt aber außen vor, da wir einfach keine Lust haben für jede Kirchenbesichtigung fünf oder mehr Euro/Person zu bezahlen. In einem Honigladen wandert ein Kilo in unsere Einkaufstasche und danach gibt’s noch einen Wein in einer der Kneipen in den alten Arkaden. Schön ist es hier!
Immer der Nebel am Morgen und diesmal vermischt mit Saharastaub, wie wir deutlich an den Dachfenstern sehen. Heute sind wieder viel Berg- und Talfahrten angesagt. Zuerst vorbei an vielen abgeernteten Felder – allerdings fragen wir uns, ob hier Steine angebaut werden? - geht die Fahrt bis auf 1700m hinauf. Davor kommen wir noch an Mirambel vorbei, ein kleiner Ort mit mittelalterlichem Flair, hervorgerufen durch die ausschließlich mit Kopfsteinpflaster versehenen Gassen, den Steinhäusern, ein mächtiges Palais und das gut erhaltene „Nonnentor“ mit seinen Schnitzereien und Lehmverzierungen auf der Innenseite. Je höher wir kommen, umso karger wird die Gegend, ab und zu sehen wir ein paar Geier kreisen, nicht über uns! Kurz nach Teruel biegen wir scharf rechts ab, hinein in den Cañon Rojo. Wir fahren ca. einen Kilometer hinein, dann ist Schluss. Von hier gehen wir vorbei an den weißen, gelben und roten Sandsteinformationen, hinauf zum höchsten Punkt. Ganz klein sind die paar Wohnmobile unten und man sieht sogar relativ nah die Stadt Teruel. Es ist einfach atemberaubend schön! Da muss man wirklich nicht nach Arizona reisen. Aber es ist Mitte November und sobald die Sonne hinter den Bergen verschwindet, wird es frisch und so machen wir, dass wir schnell zu unserem Hiasl zurückkommen.
Gerade als wir am Wegfahren sind, kommen uns vom unteren Parkplatz Martina und Charly @neueadresse_horizont (Instagramm) entgegen. Wir ratschen kurz und verabreden uns für heute Abend. Nach einem Einkauf bei Mercadona in Teruel fahren wir zum Centro de Interpretación de Donarque, wo man trotz Naturpark 24 Stunden auf dem Parkplatz bleiben darf. Trotz Nieselregen machen wir uns zu einer kleinen Runde zu den Felszeichnungen auf. Ein wunderschöner kleiner Pfad führt durch eine naturbelassenen Flusslandschaft. Kurz vor den Felszeichnungen – ich muss sagen, da haben wir schon interessantere gesehen – beginnt es ordentlich zu duschen. Da macht es richtig Spaß über die glitschigen Steine zu laufen. Den Mirador lassen wir gleich ganz aus und kommen nach gut vier Kilometer völlig durchnässt am Lkw an. Charly lädt uns gleich zu einer „Feierabendhoibe“ ein und wir genießen die Wärme in dem toll ausgestatteten Mercedes. Der Abend endet noch mit einem interessantem Plausch.
Nachdem wir uns von den beiden verabschiedet haben, vielleicht sehen wir uns ja in Marokko noch, sehen wir uns die kleine Ausstellung zu Flora und Fauna im Centro an und fahren eine kleine Bergstraße hinüber nach Albarracín, das wir dieses Mal aber auslassen. Bei dem schönen Wetter am heutigen Sonntag ist hier dann doch mehr Verkehr als erwartet. Von dem Wanderparkplatz in der Nähe von Frías de Albarracín wollen wir eigentlich nur ein bisschen rumlaufen und kommen per Zufall zu einer ganz tollen, abwechslungsreichen Wanderung. Ein Pfad führt uns hinauf zu einer Höhle, leider als Klo benutzt, und von dort steil hinunter zum Fluss. Ab hier geht es mit vielen Eisenstegen, Leitern und Ketten über oder neben dem Fluss zwischen den steilen Bergwänden langsam wieder zum Ausgangspunkt zurück. Schön war's! Dank fehlendem Internet, wie schon so oft die letzten Tage, verbringen wir noch einen ruhigen Abend mit Rummikub, ich bin übrigens der Tagesgewinner!
Heute ist Wäsche waschen angesagt, aber schon nach wenigen Kilometern müssen wir uns die größte Doline (sima) von der Sierra de Albarracín anschauen. Sie ist ca. 55 m tief und hat einen Durchmesser von ungefähr 75 m und wurde früher als Mülldeponie benutzt! Mitten auf dem Weg um die Doline habe ich dann noch ein paar Fossilien entdeckt. Wir bleiben weiter auf Höhe und fahren durch eine goldene Herbstlandschaft, bis uns ein Schild auf das ventana diablo, das Teufelsfenster hinweist. Durch den höhlenartigen Aussichtspunkt haben wir eine gute Sicht auf die Schlucht des Júcar und auf das gegenüber in der Wand liegende Geiernest. Einer bleibt immer im Nest und einer kommt und fliegt wieder weg. Aber für die spannende Landung bin ich leider zu langsam mit der Kamera. Kurz darauf bemühen wir in Cuenca auf dem Parkplatz eines Supermarktes eine 18 kg Waschmaschine. Dafür und für den Trockner bezahlen wir 16 Euro, was völlig in Ordnung ist. Wir übernachten dann neben einem verfallenen, alten Herrenhaus. Das sah bestimmt mal toll aus, aber jetzt ohne Dach und innen total zugewuchert... am nächsten Morgen ist das Dach des Hiasl mit einer dicken Eisschicht überzogen, es war aber auch saukalt in der Nacht. Wir wollen nun endlich in tiefere Regionen kommen und steuern deshalb mal Motillar del Palancar an. Hier gibt es einen schönen Stellplatz mit Wandgemälde und sonst nichts, was uns ein Spaziergang durch den Ort recht deutlich zeigt. Übrigens sind sämtliche Flüsse und Kanäle über die wir heute gefahren sind total ausgetrocknet!
Wir kommen nun durch große Weinfelder, teils noch gelb und rot belaubt, nach Alcalá de Júcar. Oben am Aussichtspunkt stellen wir den Lkw ab und haben von dort einen tollen Blick auf das Dorf mit seinem Castello. Am späten Nachmittag laufen wir die engen und steilen Gassen hinunter, vorbei an kleinen mit vielen Gittern versehenen Häusern, Treppen kürzen die Sträßchen ab, bis wir auf dem Platz bei Kirche und Rathaus ankommen. Aber wie fast immer ist alles verrammelt, kaum ein Mensch in den Gassen, nur ein Mülleinsammler ist mit einem Moped unterwegs. Tja so ist das halt Mitte November, nix los. Also steigen wir wieder rauf und kehren in der Bar Huber ein!
Die Nacht war wieder mal eisig, um acht Uhr morgens zeigt das Thermometer außen 1 Grad an und innen 12°, wobei wir in der Nacht nicht heizen. In dem Pkw neben uns schlafen vier! Spanierinnen, aber die hatten auch fast die ganze Nacht den Motor laufen, ein Hoch auf meine Ohropax! Heute sind wir erst mal nicht weit gekommen. Nach ca. 10 km ist unsere Tachowelle gebrochen! Da kann man natürlich trotzdem weiterfahren, aber Wolfgang nervt es, wenn er nicht weiß, wie schnell er fährt. (Sonst juckt es ihn eigentlich nicht so) Wir fahren zurück nach Casas Ibáñez, wo wir zwei Werkstätten abklappern, aber keine kann uns helfen. Da wir eh nächste Woche heim fliegen, ist der Plan die kaputte Welle auszubauen und in Deutschland eine anfertigen zu lassen. Da wir aber heute eine recht zeitaufwendige Strecke wie immer durch tolle Berglandschaft vor uns haben, ist dringend eine Kaffeepause nötig. Wir finden auch einen wunderbaren Platz mit viel Sonne, aber Wolfgang muss dann unbedingt versuchen die Tachowelle zu reparieren. Und alleine geht es nicht, also kommt mein Strickprojekt wieder nicht voran. Irgendwann ist der Vierkant auf der Welle drauf und wir konnten nach langem hin und her das Teil durch den ganzen Kabelsalat wieder zum Tacho führen und anschließen. Hoffentlich hält es. Leider machen wir nun den Fehler noch bis zum angepeilten Platz in Cortez de Pallás zu fahren, nicht weit, aber schon total im Schatten und schief und der angepriesene Ort schnarcht leise vor sich hin. Und das Schlimmste: es ist auch noch Endstation hier und wir müssen einen Großteil der Strecke wieder zurück! Immerhin kann ich einen tollen Sternenhimmel fotografieren!
Und weiter geht es durch eine immer gleich schöne Landschaft mit Orten in oft exponierten Lagen, immer am Hang gebaut, steil, helle kleine Häuser, aber auch weit ab vom Schuss. Wir nähern uns allmählich der Küste, was wir vor allem am zunehmenden Verkehr merken, doch da wollen wir jetzt noch nicht hin und so steuern wir die kleine Stadt Anna an. Dort gibt es diverse Wasserfälle und Brunnen, die wir nach einer kurzen Kaffeepause erkunden. Der erste ist nicht sehr aufregend, also weiter zum nächsten. Immerhin 10 Meter Fallhöhe mit einem Steg zum drüberlaufen, aber wir wollen ja in die andere Richtung. Gut, dass zu dieser Jahreszeit das Kassenhäuschen nicht mehr besetzt ist, denn dafür Eintritt zu verlangen, finde ich schon etwas dreist. (Vier Euro/Person für die zwei Plätze). Wir spazieren durch die Stadt. Vorbei am alten Waschplatz, dem Castello und der Kirche und laufen hinaus zur Gorgo Catalán, ein Minifall mit einem gefassten Schwimmbecken und bei uns heute mit einer ganz besonderen Lichtstimmung. Leider sind mal wieder alle Bars geschlossen, als wir zum Hiasl zurückkehren.
Gegen acht Uhr wird der ganze Ort mit ohrenbetäubender Musik von einer Veranstaltung auf dem nahegelegenen Sportplatz beschallt. Es ist wirklich kaum auszuhalten. Also machen wir hinne, fahren nach Xátiva zum Einkaufen und dann tatsächlich 30 km auf der Autovía, bevor es die letzten 20 in den kleinen Ort Alportá geht. Ein neuer Stellplatz wurde hier vor kurzem von der Gemeinde errichtet, allerdings nur für schmale Wohnmobile. Gott sei Dank sind von den fünf Plätzen nur drei belegt, so dass wir unsere Leiter raus stellen können. Es gibt zwei Wanderungen, die wir beide ablaufen. Man muss halt immer zuerst zum Fluss hinunter und dann links oder rechts abbiegen. Die erste führt uns nach La Carroja, ein schmuckes Dörfchen mit sehr engen Gassen, was aber die Einheimischen nicht davon abhält in die hinterste Ecke zu fahren. Beim Hinausfahren hat sich der ein oder andere aber schon die Karten gelegt! Die zweite führt uns recht steil und steinig zu einer Anhöhe hinauf und von dort über den seit 1970 verlassenen Ort Llombai wider zurück zum Lkw. Erstaunlich ist, dass auf der ADAC-Karte, die wir zum Einzeichnen der Route verwenden, nur Llombai verzeichnet ist, aber die größeren und bewohnten Dörfer nicht!
Aus dem geplanten Einkaufsbummel bei IKEA in Ondara wird leider nichts, denn hier ist nur eine Abholstation! Wir können auch ohne neuen Matratzenschoner existieren, aber das letzte Waschen hat ihm doch arg zugesetzt! Auf dem Parkplatz werden wir von Johannes angequatscht, der zwischen Spanien und Deutschland hin- und herpendelt und auch einen selbstgebauten Steyr fährt. Neben ein bisschen Fachsimpelei erfahren wir aber auch viel über die oberen (nicht zehn) tausend aus der LKW-Allradszene. Er kennt da wirklich Gott und die Welt! In ein paar Tagen geht es für ihn und seine Frau nach Algerien (mit der Fähre Valencia – Algier), wo sie mit einem Guide vier Wochen das Land erkunden. Sehr spannend! Leider haben wir dabei die Zeit übersehen, so dass es schon dunkel ist, als wir später aus dem Einkaufscenter rauskommen. Im Dunkeln geht es nun 35 km über eine sehr enge und vor allem kurvenreiche Bergstraße hinauf nach Tarbena. Mir ist schlecht nach dem Gekurve und so wird es nichts mit der Bar.
Mit viel Wind und Sonne laufen wir durch das hübsche Dorf, an einer Stelle hat man sogar Meerblick. Die ersten Bewohner sitzen schon bei Bier und Wein vor der Dorfkneipe, aber am Vormittag schmeckt es uns noch nicht. Wir treffen noch auf ein Schweizer Paar, das mit dem Rad seit Februar unterwegs ist und immer nur im Zelt geschlafen hat. Sie waren schon in Indien mit dem Rad, das sind für mich die interessantesten Leute, Hut ab! Wir nehmen nun Abschied von den Bergen und brausen hinunter ans Meer. Oder eher schleichen, denn für die 53 km brauchen wir fast zwei Stunden und kommen gerade noch rechtzeitig zu einer Verabredung mit Wolfgangs ältestem Freund, der vor gut 30 Jahren nach Spanien ausgewandert ist. Wir klappern aber auch noch das abendliche El Campello mit einem tollen Sonnenuntergang ab, bevor wir bis um halb drei Uhr morgens die letzten Jahre aufgearbeitet haben und auch etwas Wein verkostet haben!
Über die Autovia fahren wir Richtung Alicante, da geht uns auf dem rechten Tank der Sprit aus, wir haben da gar nicht mehr darauf geachtet und wir müssen auch manuell umschalten. Das funktionierte ja recht schnell auf dem Standstreifen, aber leider geht es gerade einen Berg rauf und der Motor saugt Luft an. Wir hoppeln in eine Notfallbucht und von da mit Warnblinker in die nächste Ausfahrt und dann bekommt er endlich wieder den guten Saft, als es bergab geht und wir können nun die Fahrt fortsetzen. Ich will noch mal an den Strand, aber nach einer Stunde geben wir auf, der Wind ist einfach lästig. Bei Victoria Parking haben wir einen Platz für vier Wochen reserviert und gehofft, dass wir da auch bis morgen früh übernachten können. Aber nein, das ist strikt verboten. Na gut, dann eben noch mal Strandparkplatz und um 5:15 geht der Wecker. Zurück zu Victoria Parking, dort werden wir zum Flughafen gebracht und heben pünktlich um 8:00 ab. Die Sicht von oben ist fantastisch, Ibiza, Mallorca, die französische Küsten und das Highlight für uns die verschneiten Alpen! Wir erkennen viele Berge, die wir schon bestiegen haben, wie Mont Blanc, Dufourspitze, Nordend usw. danach die Ötztaler, Stubaier, Tuxer und zuletzt das Karwendel mit einem tollen Blick hinüber auf die Zugspitze. Und pünktlich ab der deutschen Grenze ist alles in Wolken getaucht. Nun noch ein paar Stunden Zugfahrt und unsere erster Teil in den Süden ist zu Ende. Ab dem 23.12. sind wir wieder auf Achse, ¡hasta luego!
Tja, wenn man auf dem Land wohnt! Da ist es notwendig schon am Tag vor dem Abflug zum Flughafen zu fahren, denn es gibt keine Zugverbindung, mit der wir den Flieger um 10:55 Uhr erreicht hätten! Also dackeln wir am 22.12. zum Bahnhof und sind dann schon um 18:00 Uhr in unserem Hotel am Münchner Flughafen. Dann gehen wir noch lecker Pizza essen und erholen uns in dem echt schönen Zimmer von der Zugfahrt. Am nächsten Morgen sind wir nach wiederholtem Gatechange reichlich angefressen, kommen dann aber pünktlich los. Zwischenlandung in Palma de Mallorca mit eigenständigem Gepäcktransfer – sehr nervig – und nach einstündiger Verspätung landen wir kurz nach fünf Uhr abends in Alicante. Der shuttle zu unserem Lkw klappt hervorragend, das gute Stück springt auch sofort an, so können wir im nahegelegenen Mercadona gleich noch einen Großeinkauf starten, bevor wir zu dem altbekannten Platz am Strand fahren und dort nach Beendigung der Fliegerei eine ruhige Nacht verbringen.
Gleich nach dem Frühstück baut Wolfgang das neue Thermostat in unserem Kühlschrank ein und hurtig geht es weiter zu IKEA nach Murcia, denn der hat heute am 24.12. nur bis 15:00 Uhr auf. Während ich dort wichtige Dinge besorge, aber nur eine Kerze mitnehme, repariert Wolfgang derweil auf dem Parkplatz ein Scharnier der hinteren Stauraumklappe. Irgendwas geht halt immer kaputt und an Heiligabend hat man ja eh nichts zu tun. Hier könnte man auch Wasser tanken, aber das ist so stark verchlort, das wir darauf verzichten und weiter zu den aufgegebenen Erzminen bei Mazarrón fahren. Leider wurde die Zufahrt hinauf ins Minengelände verbarrikadiert, so müssen wir unten auf dem Parkplatz bleiben. Den Besuch heben wir für morgen auf, denn heute stehen noch diverse Telefongespräche auf der Tagesordnung! Frohe Weihnachten an alle!
Heute Nacht hat es dann fürchterlich zu regnen begonnen, na das kann ja heiter werden. Mit Schirmen bewaffnet stapfen wir hinauf ins Minengelände, vorbei an den roten, gelben und braunen Bergen, schauen in verfallene Häuser und tiefe Gruben. Aber bei dem Wetter und auch noch viel Matsch macht es nicht wirklich Spaß, so dass wir bald zurücklaufen und parallel zur Küste nach Sorbas fahren. Sämtliche freie Plätze und Campingplätze sind dicht an dicht mit Wohnmobilen vollgepfropft. Also Überwintern in Spanien käme für uns nicht in Betracht, denn das ist ja das reinste Grauen! Leider ist auch das Wasser in Sorbas verchlort, dann halt nicht. So 50 l haben wir ja noch. Übernachtet wird bei den Sportanlagen, wo wir am nächsten Tag noch schön die Sonne auf einer Bank genießen können.
Durch ein hügelige Landschaft schrauben wir uns bis auf 900 m hinauf in die Sierra de los Filabres. Es gibt viele Ginster- und Tamariskenbüsche, bestimmt toll, wenn diese blühen, Mandelbäume und auch bis weit hinauf Olivenbäume. Und endlich bekommen wir nun unsere beiden Tanks mit bestem Quellwasser gefüllt! Wir erkunden den kleinen Ort Castro Filabres mit nur mehr 115 Einwohner, einer Kirche, einem Geldautomaten und einer Bar und vielen hübschen, weißen Häusern und noch mehr Katzen! Den Wanderweg zu den Wassermühlen beenden wir nach der ersten verfallenen Mühle, denn es ist schon spät und wir wollen noch einen schönen Stellplatz. Auf einer gewundenen Straße, zwar nur bis 5,5 to frei, geht es noch bis auf 1250 m hoch, wo wir am höchsten Punkt noch etwas rumstiefeln und dann einen tollen Platz an einer Ruine finden mit Superblick auf die Berge ringsum und sogar bis hinunter nach Almería!
Da es mal wieder regnet, wird es dieses Jahr nichts mehr mit der Desierto de Tabernas. Also statt offroad Autovía! In Guadix noch schnell zum Supermarkt, mit gefühlt halb Spanien, und dann vorbei an Granada mit kurzen Ausblicken auf die verschneiten Gipfel der Sierra Nevada. Gleich danach fahren wir bei Santa Fe, wer kennt es noch?, von der Autobahn runter und über eine kurze Piste zu heißen Quellen. Aber auch hier sind sämtliche Zufahrten mittlerweile blockiert. Aber die Lust aufs Baden hält sich sowieso in Grenzen: häßliche und vermüllte Gegend, kalter Wind, zu viele Leute und der Kühlschrank hat sich auch wieder selbständig gemacht! Also noch bis Loja gefahren und dem Regen zugeschaut.
Der trommelt auch die ganze Nacht und den nächsten Vormittag aufs Dach. Der Fluss in der Stadt ist auf das Doppelte angeschwollen und schlammfarben. Wir bewegen uns jetzt wieder auf die Küste zu, besuchen in Málaga noch einen Baumarkt und schauen uns in Benalmádena die größte Stupa Europas an. Also wenn man das Drumherum ausblendet, dann könnte man meinen in Asien zu sein. Aber ein Blick über das Geländer gewährt dann Einsicht auf die Villen und Pools der Reichen und Schönen! Und so geht es die nächsten 60 Kilometer weiter. Riesige Hotelanlagen, auch bis weit ins Hinterland, ein Restaurant am anderen, Autoverleih und halt alles was das gemeine Touriherz begehrt. Wir fahren noch weiter nach Palmones, kurz vor Algeciras, wo wir uns mal wieder auf den großen und auch sehr gut besuchten Parkplatz bei „Carlos“ niederlassen. Und heute Abend dann sind endlich unsere lang ersehnten Mauretanien E-Visa zum Download bereit! Puh, da fällt uns ein Stein vom Herzen.
Heute, am 29.12.2025, erledigen wir noch die letzten wichtigen Einkäufe in Spanien wie Roggenmehl, Salamis, Kaffee und was uns sonst noch so gefällt. Wolfgang befestigt dann hoffentlich final unseren Kühlschrank und ich vergnüge mich mit unserer Wäsche im Waschsalon. Am Abend laufen wir noch am Strand entlang, mit Blick auf die Ladekräne und den Felsen von Gibraltar und dann gibt es seit langem mal wieder einen sundowner in einer Chiringuito!




















































































































































































































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Draxinger Franz (Montag, 29 Dezember 2025 23:49)
Danke für die schönen Aufnahmen und den wundervollen Bericht
Sebastian (Dienstag, 30 Dezember 2025 23:18)
toller Bericht und super Fotos!
Barbara (Mittwoch, 31 Dezember 2025 10:33)
Wie immer toll geschrieben und super Fotos. Gute Reise noch und viele schöne Erlebnisse.
Lg Raimund und Barbara