Skandinavien Sommer 2025 Teil 2, 08.07. - 05.09.2025

Weiter geht es auf der E6 entlang beeindruckender Fjorde, Berge bis zum Meer, Orte mit Minihäfen oft mit angeschlossener Fischverarbeitung. Bei einer Kaffeepause entdecken wir noch Samische Torfhütten, die wohl temporär noch benutzt werden. Eine tolle Gegend! Am Oksfjorden vorbei erreichen wir den Lyngenfjord mit einem traumhaften Blick auf die Lyngenalps! Die Gipfel sehen wild und unnahbar aus, die Skitouren gehen dann wohl von der anderen Seite aus. Von Olderdalen nehmen wir die Fähre hinüber nach Lyngseidet und parken bald danach auf einer freien Fläche am Fjord ein. Außer uns sind noch ein paar Finnen da, viele davon campen in ihrem Pkw! 

So ein Stress, wir wollen die Fähre um 10:00 Uhr von Svensby nach Breivika erreichen, damit wir nicht so spät in Tromsø ankommen. Dort ergattern wir den letzten Parkplatz bei der Eismeer-Kathedrale. Aber heute wollen wir nicht schon wieder Eintritt für eine Kirche bezahlen und deshalb laufen wir nur einmal drumherum. Das reicht auch. Zu Fuß laufen wir über die Brücke hinüber in die Altstadt, was sich ganz schön zieht, und spazieren dann durch das viertel mit den bunten Holzhäusern. Am Polarmuseum überlegen wir noch, aber es soll ziemlich „verschnarcht“ sein, also bleibt es außen vor. Bald biegen wir in die Fußgängerzone ab, irgendwie zieht es uns zu Leuten und Läden, aber es gibt auch hier nur die immer gleichen , total überteuerten Souvenirshops. Eine Ausnahme: ein wahnsinnig toller Wollladen! So eine große Auswahl an Wolle und Zubehör habe ich noch nie gesehen, da kann ich mich nicht zurückhalten und es wandern ein paar Knäuel in meine Tasche! Nach Zimtschnecken und Cappuccino stiefeln wir wieder zurück zum Pössl und fahren auf die Tromsø-Insel zum „Botanischen Garten der arktischen Regionen“. Und der ist mal richtig super, klein, aber fein. Sehr gepflegt und nach Bereichen (Sibirien, Himalaya, Nordamerika, Skandinavien, Russland) aufgeteilt und mit einer Pflanzenvielfalt, wie ich mir sie nicht gedacht hätte! Jetzt brauchen wir noch einen Übernachtungsplatz und dafür mehrmals durch den Tunnel mit dem Kreisverkehr ( weil wir das Einkaufen vergessen hatten) über eine Brücke nach Ringvassøya zu einem Parkplatz am Dåfjord. Der ist okay, aber irgendwie hatten wir uns mehr davon versprochen. Immerhin sehen wir auf der Fahrt viele Rentiere.

Von da oben kommen wir nicht mehr weiter, also alles bis Tromsø zurück, noch einen kleinen Abstecher ins Einkaufszentrum, denn meine Tochter und ich brauchen unbedingt einen Teddypullover, und schon rollen wir weiter zu einem Parkplatz kurz vor dem Fähranleger in Brensholmen. Von da „besteigen“ wir den Aussichtshügel Ornfloya, wo wir einen fantastischen Blick hinüber nach Sommarøya haben. Zum Übernachten fahren wir zurück zum Sandvika-Strand, wo wir bei dem abendlichen Spaziergang viele Miesmuscheln finden. Sie schmecken gut, allerdings ist es schon eine sandige Angelegenheit. Zum Sattwerden gibt es noch eine fertige Fischsuppe, aber naja, wir haben schon besseres gegessen!

Von Brensholmen setzen wir mit der Fähre nach Botnhamn, Senja über. Wir klinken uns hier auf der Scenic Route Senja ein, die uns durch eine tolle Landschaft nach Husøy führt. Obwohl das kleine Fischerdorf sehr abgelegen liegt, macht es auf uns einen recht belebten Eindruck mit teils traumhaften Häusern. Da dreht sich das Gedankenkarussell sofort! Nach einem ausgiebigen Spaziergang gönnen wir uns beim Joker noch ein Eis und weiter geht es. Nächster Halt ist Mefjordvær mit einem stylishen Toilettenhaus. Was halt immer nervig auf den doch recht engen und kurvigen Straßen ist, sind zum einen die finnischen Autofahrer, die meist sehr langsam und ängstlich unterwegs sind und zum anderen die Norweger, die meinen die Straßen gehören nur ihnen und alle anderen sollen sich gefälligst in Luft auflösen. Und mit dieser Meinung stehen wir nicht allein! Am Parkplatz, wo wir wegen der guten Ausstattung gerne eine freiwillige Spende für die Nacht dalassen, warten wir mit leckerem Cappuccino den Regenschauer ab und wandern danach hinauf zum Kunten. Von dort zum kleinen Leuchtturm und über einen schmierigen Pfad wieder zum Pössl.

Wir sind immer noch auf der Scenic Route und brausen jetzt zum Ersfjordstrand. Die letzten Stürme haben wohl dem Parkplatz arg zugesetzt und laut Internet sollte dieser auch geschlossen sein. Theoretisch ja, aber er ist so voll, dass wir gerade noch ein Plätzchen erhaschen. Das Absperrband haben aber die Einheimischen niedergefahren! Wir beobachten am Strand noch ein paar Engländer beim – kurzen – Bad, aber wir verzichten darauf und fahren zum nächsten gesperrten Highlight. Der Tungeneset Holzsteg wird gerade repariert und es ist wirklich alles abgesperrt, schade. Aber wir geben nicht auf und fahren ins Svandalen Naturreservat und nutzen mal wieder eine Regenpause um auf schmalen Bohlenwegen hinunter zum Yttre Svanvatnet (See) zu wandern, denn soviel wie gerade im Auto sitzen, macht uns ganz ungelenkig. Langsam fahren wir weiter nach Gryllefjord, wo wir abwarten, bis die letzte Fähre um 19:00 ablegt, so dass wir uns am Fähranleger in die Warteschlange für morgen für die erste Fähre einreihen. Gute Nacht! Es bleibt spannend bis zu Letzt, ob wir mit der ersten Fähre mitkommen. Aber es klappt und 1 ¾ Stunde später legen wir in Andenes auf den Vesterålen an. Dort erkunden wir die Ortschaft, aber da Sonntag ist, ist nichts los und so fahren wir nach dem Tanken mal wieder auf der Scenic Route die Westküste hinunter. Wir sind etwas genervt, weil man sich nirgendwo hinstellen, ja nicht mal Parken kann. In Nordmela sind dann auf dem Strandparkplatz keine Verbotsschilder und wir machen uns gleich mal mit Decke auf zum Strand. Wir liegen noch keine fünf Minuten, da kommt ein ganz ekliger Nebel auf. Okay, wieder rein in den geräumigen Pössl. Dort machen wir mal einen Plan für die nächsten Tage.

Sonne! An der Küste weiter bis zum Andøya Aerospace, dem ersten betriebsbereiten Weltraumbahnhof auf dem europäischen Festland. Erst im März hat Isar Aerospace von hier eine Rakete gelauncht! In Burkekjerka gibt es mal wieder ein interessantes Toilettengebäude, nur leider hat so ein Idiot seine Toilettenkassette drinnen entleert und der Gestank und Dreck macht sie nicht benutzbar. War übrigens ein Deutscher, der auch noch zu doof zum Parken war. Zum Entlüften gehen wir noch zu einem kleinen Leuchtturm, bevor wir zur Ostküste von Andøya wechseln und durch eine schöne Berglandschaft, nicht so wild wie Senja, lieblicher, bis Sortland fahren. Immer wieder sehen wir tolle Häuser mit riesigen Fensterflächen, die einfach viel Licht ins Innere bringen. Wir sind nun auf der Insel Langøya und fahren in Stø ganz im Norden einen aufgelassenen Campingplatz an. Natürlich sind wir hier nicht allein, aber ab und zu ein Schwätzchen ist auch sehr schön! Als sich am nächsten Morgen endlich der Nebel verzogen hat brechen wir zu einer Wanderung auf der Dronningruta auf. Zuerst an dem wunderschönen Sandvikkenstrand vorbei und dann immer der Küstenlinie folgend auf einen – sehr steil und schmierig – Pass hinauf. Unterwegs sehen wir durchs Fernglas immer wieder eine Robbenfamilie, die im Wasser herumtollt. Für Bilder reicht mein Tele leider nicht aus. Für Wolfgang ist bei der Scharte Schluss, aber ich laufe auf der anderen Seite ebenso steil hinunter zu dem kleinen Fischer Nyksund. Sehr idyllisch und er wird wohl auch in den Reiseführern erwähnt, darauf lässt auch der gut belegte Parkplatz, der Ort ist autofrei, schließen. Die Preise in den Lokalen sind auch für norwegische Verhältnisse gesalzen, aber ich entdecke in einem kleinen Antiquitätenladen was ganz modernes: eine Eistruhe mit einem bezahlbaren Magnum! Damit mache ich es mir am Hafen bequem. Danach kommt der überaus steile Aufstieg zum Pass und der rutschige Abstieg. Am Strand nehme ich ein Fußbad, ah, das tut gut! Ich bin halt nichts mehr gewöhnt... Dafür grillen wir am Abend und können bis 21:30 draußen in der Sonne sitzen!

Unser nächster Halt ist Høvden, wieder ein ganz hübscher Miniort mit einem Stellplatz genau zwischen zwei Sandstränden. Und wir sofort in Badekleidung und mit Decke zu dem Strand auf der Südseite, wo wir allerdings bald feststellen müssen, dass es ganz viele lästige Sandfliegen gibt. Man kann praktisch nicht dort faul rumliegen. Und der Versuch ins Wasser zu gehen endet bei mir in Kniehöhe und Wolfgang versucht es erst gar nicht, Warmduscher. Dann eben einen ausgiebigen Spaziergang durch den Ort zum Fischereihafen. Schön wie immer. Am Abend setzt uns noch eine Frau den Floh mit der Hurtigruten von Stokmarknes hinüber nach Svolvær (Lofoten) und in der Nacht wieder zurück ins Ohr. Na, wir überlegen noch.

Okay, lange haben wir nicht überlegt, denn irgendwie sind wir heute dann plötzlich in Stokmarknes gelandet! Und genau da kommt am Kai neben dem Hurtigrutenmuseum die „Polarlys“ an. Wolfgang erkundigt sich noch wie die Preise sind und die Abfahrtszeiten und dann muss es schnell gehen! Zurück zum Pössl und was Warmes zum Anziehen und etwas zum Essen und Trinken in den Rucksack und um 15:15 legen wir schon ab. 65 € für uns beide hin und zurück ist ja fast ein Schnäppchen. Bei einem Traumwetter schippern wir durch den Raftsund mit vielen Inseln und biegen von dort in den Trollfjord ein. Zu diesem gibt es keine Straße, man kommt also nur auf dem Wasser hin. Er ist ca. 2,1 km lang, an der engsten Stelle 100 m breit und weitet sich am Ende gerade so viel auf, dass das große Schiffe darin wenden kann. Das Spektakel wird natürlich zweimal ausgeführt! Die bis zu 1000m hohen Berge, die Gletscher und die Wasserfälle sind aber auch wirklich spektakulär. Die vielen Menschen auf dem Schiff aber auch, da hat man es als Zwerg nicht so einfach. Gegen 18:00 legen wir in Svolvær an und marschieren gleich mal in eine Pizzeria. Obwohl wir ziemlich ausgehungert sind, schaffen wir die Riesenpizza nicht ganz, bei dem Bier und dem Cider haben wir keine Probleme! Danach schlendern wir noch in der Stadt mit vielen modernen Gebäuden, aber auch noch schöne bunte Holzhäuser. Es ist hier halt alles auf Kommerz getrimmt, aber irgendwie müssen die Norweger auch überleben. Um 22:30 ist Abfahrt und es geht auf gleicher Route zurück. Das Licht um diese Tageszeit ist traumhaft und gegen ende erleben wir für wenige Minuten mal wieder einen Sonnenuntergang und gleich darauf geht sie schon wieder auf! Um 1:30 sind wir, nun doch ganz schön müde, wieder in Stokmarknes, wo wir eigentlich auf dem Parkplatz schlafen wollten. Doch leider parkt neben uns ein Lkw mit laufendem Kühlaggregat, grr. Also noch einen Kilometer fahren zum nächsten Platz und dann endlich gute Nacht!

Über Sortland – wo wir endlich den Pössl waschen können – fahren wir zu einer kleinen Fähre in Fresnes und dann durch eine Landschaft á la Bayrischer Wald noch Søvik zum Einkaufen und dort gibt es auch einen Stellplatz. Allerdings fest in norwegischer Hand mit viel Abstand zwischen den riesigen Wohnmobilen, damit auch ja niemand mehr rein passt. Andersrum haben sie da gar keine Bedenken. 20 Kilometer weiter finden wir einen viel schöneren Platz an einer Steinkirche? und alten Unterständen und Waffenlagern aus dem WW2.

 

So heute geht es für uns wieder eine Weile nach Schweden. Wir wollen mal wieder ohne Herztropfen zum Einkaufen gehen und auch günstiger Tanken. Aber vor allem wollen wir in den Abisko-Nationalpark. An der Riksgränsen-Grenze steht praktischerweise ein ICA und der Parkplatz ist gerammelt voll mit Norwegern, die mit übervollen Einkaufswägen aus dem Supermarkt strömen. Hoffentlich haben sie uns was übriggelassen! Aber hat alles gut geklappt und wir können weiter nach Björkliden, wo wir eine kleine, aber tolle Wasserfallrunde laufen. Obwohl wir jetzt schon wirklich viele Wasserfälle gesehen haben, ist trotzdem jeder neue sehenswert. Beim Abisko-Nationalpark-Center stellen wir den Pössl ab und wandern durch durch lichte Wälder mit Zwergbirken und ganz vielen Beerensträucher – die Moltebeeren werden gerade rot – bis wir zum Fluss kommen. Dort kehren wir um, vorbei am „Meditationsplatsen“ und an dem recht wilden Fluss unter der E10 zum sog. „Wasserloch“ entlang bis wir kurz vor dem Parkplatz noch zum Anfang des berühmten Weitwanderweges Kungsleden kommen. Das würde ich auch sehr gerne machen, aber wahrscheinlich bin schon zu alt dafür. Etwas schwierig gestaltet sich die Suche nach einem Übernachtungsplatz, entweder versifft , verboten oder zu nahe an der Straße. Aber nach 20 km finden wir einen, leider wimmelt es da nur so von Mücken. Bis wir es merken, sind wir schon total zerstochen.

Unser nächstes Ziel ist Kiruna. Um die Stadt ist das weltweit größte Erzabbaugebiet und es besteht die Gefahr, dass Kiruna in den Tiefen der Gruben verschwindet. Also muss sie umziehen. Und zwar um 5 km seit letztem Jahr. Das neue Kiruna hat ein sehr modernes Stadtbild, etwas steril das Ganze, auch die Ein- und Mehrfamilienhäuser am Rand sind sehr ansprechend. Leider sind wir zu früh im Jahr um den Umzug der alten Holzkirche mitzuerleben. Da es heute über 30° hat, sind wir zu faul uns auch Alt-Kiruna anzuschauen und fahren deshalb bald weiter zu einem See bei Gällivare. Eigentlich wollten wir auf den Campingplatz zum Waschen, aber die Waschmaschine ist für die nächsten 1 ½ Tage ausgebucht! Gott sei Dank, denn das Schwimmen in dem zwar flachen, aber total warmen See ist super!

 

Wir haben seit Tagen ein Traumwetter, darum muss heute wieder ein Seeplatz her. Doch auf dem Weg dahin kommt uns zuerst der gigantische Harsprångfallet dazwischen. Er ist über viele Treppenstufen zu erreichen, was sich aber wirklich rentiert, denn mit einer Fallhöhe von 72 m und einer Wassermenge von 500 m³/sek ist es echt was besonderes! Dafür handeln wir die Samenstadt Jokkmokk etwas schneller ab, die hübsche Kirche ist abgeschlossen und für das Museum haben wir keine Lust. Es ist zu heiß und über die Samen wissen wir auch schon genügend Bescheid. Der ausgesuchte See liegt mitten im Wald, aber Mückenfrei! Es sind noch ein paar andere Wohnmobile hier, unter anderem Sabine und Frank mit ihrem Hund Aron, mit denen wir uns auf Anhieb gut verstehen! Und das Schwimmen im See ist herrlich!!! Leider müssen wir am nächsten Tag weiter. 

Die Dimensionen hier oben sind einfach riesig. Über die zum Teil langweilige E45 überqueren wir zuerst den großen Piteälven und danach den Polarkreis. Diesmal ganz unspektakulär, nur ein völlig mit Aufklebern verunstaltetes Schild. Interessant finde ich, dass sich der Polarkreis in 20.000 Jahren um 180 km nach Norden verschiebt, dann wieder zurück und dann 180 km nach Süden usw.

In der Nähe von Sorsele fahren wir auf einen Campingplatz, beladen dort endlich die Waschmaschine und als die ganze Hausarbeit erledigt ist, gönnen wir uns zwei fette Burger (Fisch und Elchfleisch) mit Salatbuffet und Pommes! Sehr lecker und so ganz nach Wolfgangs Geschmack!

 

In Wilhelmina entern wir mal wieder einen ICA und schauen bei einem Loppis (Flohmarkt) vorbei, aber da gibt es nichts was wir wollen. Auf der Suche nach einem Platz zum Mittagessen treffen wir Sabine und Frank wieder. Wir verratschen uns mal wieder total! Sie wollen hierbleiben, uns ist da zu laut und wir verabreden uns vage irgendwo auf dem Vildmarksvegen. Kurz vor Saxnäs finden wir einen kleinen Platz an einem See, wo schon ein großer schwedischer Wohnwagen steht. Leider muss ich beim Bad am nächsten Morgen feststellen, dass der See gar nicht tief ist, denn meine Knie stoßen recht bald an den scharfkantigen Steinen an. Weiter geht es an dem riesigen Kultsjö entlang durch eine Super Landschaft mit ganz vielen schnuckeligen Ferienhäusern. Nach sieben nervige Kilometer mit üblen Wellblech erreichen wir Fatmomakke, ein altes samisches Kirchendorf, heute zu einem Freilichtmuseum umfunktioniert. Eine tolle Ausstellung, alles passt, die blühenden Blumenwiesen zwischen den alten Häusern und Hütten und auch die dunklen Wolken, die der Affenhitze endlich ein Ende bereiten. 

Auf dem großen Parkplatz oben auf dem Stekenjokk Plateau treffen wir auf die beiden Schleswiger. Aron braucht Auslauf und so laufen wir bis zu einem großen Damm, hier gab es bis in die späten 1980er Jahre Kupfer-, Zink-, Gold- und Silberminen. Nach einer langen Nacht – leider mit viel Mücken – verabschieden wir uns von Sabine Frank, denn ihr Urlaub neigt sich schon dem Ende zu.

 

Für uns geht es auf dem Vildmarksvegen weiter bis zu einem Abstecher zur Korallgrottan. Ein fast ebener Bohlenweg führt uns vier Kilometer zum Eingang der größten Höhle Schwedens. Diese ist allerdings nur mit Führer zugänglich, aber schon der Eingang mit dem Wasserfall sieht gut aus. Etwas oberhalb befindet sich eine Raststugan mit Notfalltelefon, Helilandeplatz und natürlich wie immer mit Klohäuschen, Grillplatz und Holz. Da fällt es uns richtig schwer nach einer langen Pause in der Sonne in so einer Idylle wieder zum Pössl zurückzugehen. Aber wat mutt, dat mutt! Am Stora Blåsjön versuchen wir das Auto bei einer Slipanlage einigermaßen gerade auszurichten. Am Abend wird es kühler und das verspricht mal wieder eine gute Nacht! Auch in Ankarede ist wieder ein samisches Kirchendorf, genauso schön, wie das letzte. Und das Beste: es gibt ein kleines Sommercafé, das so gemütlich aussieht, da können wir nicht widerstehen! Nach Gäddede geht eine Kiesstraße zum Parkplatz des Hällingsåfallet, den wir über einen wurzeligen Pfad bergauf erreichen. Ein unscheinbarer Fluss aus den Bergen donnert im freien Fall durch ein Felsentor und hüllt alles in eine Sprühnebelwolke. Echt toll! Auf dem Rückweg plagen uns mal wieder Mücken und wir müssen noch was zum Übernachten suchen, denn hier ist es verboten. Erst bei Bågede finden wir an der Brücke einen Platz. Heute sind wir ziemlich müde, denn 50 km Schotterstraße geht dann doch aufs Gemüt.

Über Strömsund geht es auf Nebenstrecken mit Kranichsichtungen nach Mörsil. In der Nacht setzt Regen ein, deshalb ist am Morgen Pfützenspringen angesagt. In Åre, Skandinaviens größte zusammenhängende Skiregion, stocken wir noch etwas Bier und Wein auf, bevor wir zur norwegischen Grenze fahren. Hier schauen noch kurz in den Grenzmarkt, wo es vieles sehr günstig gibt. Die Einheimischen schieben schwer beladene Einkaufswägen zum Auto! Wir kaufen nur Leksand-Knäcke und ein paar Süßigkeiten z. B. saure Gummiteile ein. Aber das war ein großer Fehler! Wolfgang hat sich sofort am Auto damit eine uralte Zahnbrücke ausgebissen. Es ist drei Uhr nachmittags und ein Blick ins Internet zeigt, dass die nächsten schwedischen Zahnärzte spätestens um halb vier Uhr schließen. Nur in Trondheim finden wir zwei, die angeblich länger aufhaben. Also los! Bei der ersten Adresse hat niemand auf das Klingeln reagiert, ich werfe Wolfgang dann in der Stadtmitte beim zweiten Zahnarzt aus dem Auto, denn hier kann man nirgends parken. Ich bin ein bisschen durch die Stadt geirrt, wurde aber dann doch noch fündig. Standort geschickt und knapp zwei Stunden später kommt er mit frisch eingeklebter Brücke und wir fahren noch zu einem Übernachtungsplatz etwas außerhalb des Stadtzentrums. Von dort kommt man gut zu Fuß n die Stadt. Wir steuern als erstes den Nidaros-Dom an und staunen nicht schlecht über die extrem vielen Menschen dort. Wir erfahren bald, dass heute der Todestag des norwegischen Nationalheiligen Olav ist und deshalb eine große Messe mit sämtlichen Würdenträgern des Landes stattfindet. Wir schmuggeln uns mit den Pilgern rein und die Atmosphäre im Dom mit kräftiger Orgelmusik und Weihrauch und Gebeten ist sehr schön. Aber nach dem Kyrie eleison verlassen wir mit ein paar anderen Touristen in aller Stille den Dom und spazieren über die Gamla Bybru hinüber ins alte Viertel Baklandet. Dort sind die kleinen, bunten Holzhäuser mit den blühenden Rosenstöcken vor der Fassade, dazwischen kleine Läden und viele Cafés. Mit Cappuccino und Zimtschnecken ruhen wir ein bisschen aus und schauen dem bunten Treiben zu. In der City entdecken wir ein Hochhaus, naja 8 Stockwerke, wo vor kurzem eine Besucherplattform eröffnet wurde. Nur schade, dass das Wetter heute nicht mitspielt, so können wir nicht all zu weit schauen. Nun noch das größte Holzhaus Skandinaviens im Stiftsgården von außen angeschaut und dann reicht es uns auch für heute. Wir müssen ja auch noch die knapp drei Kilometer zum Auto zurücklaufen! Um mal voranzukommen, fahren wir noch 50 km zu einem Picknickplatz bei Størm.

Heute Vormittag nur Regen. Da wird Kuchen gebacken und gelesen und gewartet, dass der Regen aufhört. Aber dann geht es gleich raus und wir wandern den Forstweg hinauf, bis dann der Matsch zu viel wird und pflücken noch jede Menge Himbeeren, bevor wir weiter auf der E6 durch eine nebelige Landschaft fahren. Die Bauernhäuser sind hier meist weiß, sehr lang, aber oft nur ein Zimmer tief! Und viele davon haben Grasdächer. Kurz nach Oppdal erreichen wir Hjerkinn am Dovrefjell NP, wo wir in der Pampa einen Schlafplatz finden. Über eine 4 km lange Mautstraße gelangen wir zum Parkplatz, von wo aus über einen breiten Wanderweg zur Snøhetta aufsteigen. So Massenwanderungen sind eigentlich nicht so unser Ding, aber man kann auch mal eine Ausnahme machen! Von den aus Grönland angesiedelten Moschusochsen sehen wir natürlich nichts. Dafür ist die Hütte sehr modern mit viel Holz und einer komplett verglasten Seite. Da sich das Wetter immer noch nicht geändert hat, sehen wir auch vom dem nahen Minigipfel kaum was von der bestimmt schönen Landschaft. Aber alles in allem ist es ein schöner Ausflug. Doch wir müssen weiter und zwar nach Sunndalsøra, wo wir noch einkaufen und uns die roten Badehütten oder Bootshäuser ansehen.

Wettertechnisch sieht es heute besser aus und so beschließen wir den Aursjøvegen nach Eresfjord hinüber zu fahren. 100 Nok müssen wir für die Maut überweisen. Die schmale Straße windet sich durch eine sagenhafte, wilde Landschaft, vorbei an Stauseen, steile Berge, enge Kurven, aber durchwegs eine gute Schotterpiste. Oben auf dem Hochplateau stehen mit viel Abstand zum Nachbarn Ferienhütten, die teils nur zu Fuß und mit Schubkarren für die Versorgung erreichbar sind. Am Aursjø machen wir an der riesigen Dammkrone eine Pause, wir haben hier nach 50 km ca. die Hälfte der Strecke hinter uns. Doch leider schlägt das Wetter um und uns begleiten dichter Nebel und Nieselregen. Die Straße wird nun noch enger, kurviger und steiler. Aus dem Nichts kommen immer wieder norwegische Autos entgegen, meist mit überhöhter Geschwindigkeit und erwarten dann von uns, dass wir uns entweder in Luft auflösen oder solange rückwärts fahren, damit die Herren vorbei kommen. Deppen! Wir sind deshalb froh, als wir wieder Teer unter den Reifen haben, machen uns erst mal einen feinen Cappuccino, bevor wir uns bei Eresfjord auf einem kleinen Parkplatz installieren. Dort finde ich bei einem Abendspaziergang noch Himbeeren, die gleich noch zu zwei Gläsern Marmelade verarbeitet werden.

Angeblich soll das Wetter heute noch solala sein, deshalb brausen wir nach Kristiansand und von dort an der Atlantikküste entlang nach Kårvåg – bedeckt mit Nebel- , wo die berühmte Atlantikstraße beginnt. Wir haben uns wohl wegen diverser Fotos mehr davon versprochen. Ja, es ist schön über die geschwungenen Brücken zu fahren. Aber sämtliche Parkplätze sind heillos überfüllt. Nach mehrmaligem Kreisen ergattern wir endlich einen und laufen dann mit dem Rudel auf einem angelegten Weg um einen Aussichtshügel. Wolfgang versucht mit der Drohne etwas spektakulärere Fotos zu machen, aber so richtig überzeugt sind wir nicht. Wenige Kilometer weiter südlich das Gleiche noch mal, ja, kann man machen, aber ein Muss ist es wirklich nicht. Für uns geht es nun über eine Route mit sehr vielen nervigen Geschwindigkeitsbeschränkungen nach Molde. Dort soll es oben am Aussichtspunkt Varden Stellplätze mit toller Sicht auf denn Fjord geben. Wir quälen also den Pössl die 400 Höhenmeter hinauf, aber die einzigen Plätze, wo man einigermaßen gerade stehen kann, sind schon von fetten Wohnmobilen besetzt. Okay, kurz die Aussicht genießen und dann alles wieder runter. Auf einem Wanderparkplatz gibt es genug Platz für uns und auch gleich noch eine nette Runde um einen See. 

Heute ist mal wieder eine Fährfahrt angesagt: von Molde nach Vestnes und weiter nach Ålesund. Bei der Ortsdurchfahrt gibt es einen kleinen Stau, denn eine größere Gruppe von „Kreuzfahrern“ ist mit E-Rollern unterwegs. Nervig! Wir wollen zum „Akvarium Atlanterhavsparken“, es ist zwar teuer und heute am Sonntag recht gut besucht, aber trotzdem verläuft es sich drinnen, denn die Leute mit Kindern halten sich gerne bei den Tierfütterungen im Außengelände auf. Innen gibt es große Salzwasseraquarien mit Makrelen, Dorschen, Seewölfen, großen und kleinen Krabben, Tintenfische, Lachse, Schnecken, Rochen usw. wir erfahren auf interessante Art sehr viel über das Leben im Atlantik und an der norwegischen Küste. Draußen werden Pinguine, Otter und Robben gefüttert, aber da ist es schon schwer einen guten Beobachtungsplatz zu finden. Auf jeden Fall eine klare Empfehlung! Wohingegen uns Ålesund trotz seiner Jugenstilhäuser nicht vom Hocker gerissen hat. Wir übernachten danach bei Magerholm, aber es regnet die ganze Nacht. Auch am nächsten Tag begleitet uns der Regen! Wieder mit einer Fähre nach Sykkylven und durch eine bestimmt schöne Berglandschaft – wir sehen nichts davon – nach Stryn. Dort laufen wir die Hauptstraße vorbei an den immer gleichen Sport- und Andenkenläden rauf und runter und kehren wieder zum Auto zurück, bevor wir total durchnässt sind. Wir haben jetzt von dem schlechten Wetter in Norwegen die Nase voll und fahren deshalb das Ottadalen hinaus. 

Regen, Regen, Regen! Wir übernachten einfach in einer Kurve mit kleinem Platz auf der Strecke zum Videfossen. Man glaubt es kaum, aber heute morgen hören wir gar kein Plätschern! Petrus schläft wohl noch. Also setzen wir gleich den Blinker nach rechts um auf den alten Strynefjellsvegen abzubiegen. Gleich zu Beginn halten wir am beeindruckenden Videfossen und dank etwas Sonnenschein haben wir einen tollen Blick auf die vergletscherten Berge ringsum. Durch eine kahle Berglandschaft schlängeln wir uns auf ca. 1100 m rauf entlang von reißenden Flüssen und türkisen Seen. Und Wollgras überall! Auch ein kleines Skigebiet ist hier oben. Wow, es ist superschön alles und wir sind sehr froh, dass die Tour machen können. Nach 20 km kommen wir wieder auf Teer (davor Wellblech mit vielen Schlaglöchern) und genau da setzt wieder der Regen ein. Glück gehabt! Wir kommen an Lom vorbei mit der bekannten Stabkirche, aber auch diesmal schauen wir sie nur von außen an und investieren unser Geld lieber in ebenso bekannten Bakeriet i Lom in wahnsinnig leckere Zimtschnecken, hmm! Leider sind hier in der Gegend die Stellplätze rar und so müssen wir uns notgedrungen in Otta auf der großen Kiesfläche am Bahnhof stellen.

Noch kurz bei REMA 1000 einkaufen und mit einem kleinen Abstecher zur Stabkirche von Ringebu fahren wir das Gudbrandsdal hinaus bis Lillehammer. Der Ort hat uns vor sechs Jahren so gut gefallen, aber heute sind wir nur genervt. Das fängt bei der Parkplatzsuche an und hört bei der überfüllten Fußgängerzone auf. Leider geht es danach mit viel Verkehr und noch mehr Baustellen weiter, an Hamar vorbei und dann ca. 50 km auf einer gut ausgebauten Landstraße, wo man nur 60 km/h fahren darf. Da die Strafen in Norwegen sehr hoch sind, halte ich mich akribisch daran und bin dann aber doch ziemlich platt, als wir endlich gegen 18 Uhr in einem kleinen Ort am Fluss bei einem Kanuclub ankommen. Die Holländer neben uns meinten zwar, wir sollen uns woanders hinstellen, wahrscheinlich wegen der Sicht, aber da ist heute nichts zu machen. So groß ist unser Auto ja auch nicht.

 

Wir nähern uns nun der schwedischen Grenze und die Dörfer und Häuser sind auf einmal ziemlich heruntergekommen und wirken ärmlich. In Sysselbäck entern wir noch schnell den COOP, bevor wir einen netten Platz am Ufer des Klarälven anfahren. Es schwirren zwar ein paar Mücken rum, aber man kann noch einen Spaziergang machen und als dann die Sonne hinter den Bergen verschwindet, wird es auch gleich kühl und da erledigt sich das Mückenproblem von alleine.

Boah, schon wieder Regen! Wir lassen uns mit dem Frühstück Zeit und tatsächlich hört es auf. Nach 20 km weist ein Schild auf den Flämtefallet hin. Und obwohl wir die letzten Monate Wasserfälle bis zum Abwinken hatten, fahren wir doch hin. Und es ist wieder toll, diesmal mit arg braunem Wasser, aber steil, eng und sehr reißend. Für uns ist aber heute Kultur angesagt! Unser Ziel ist der Rottneros Park in Sunne, ein Blumengarten und Skulpturenpark. Jahreszeitlich bedingt sind zwar viele Blumen schon verblüht, aber das weitläufige Gelände ist toll angelegt, zum Teil Selma Lagerlöff gewidmet. Das Schloss ist in Privatbesitz und ich muss sagen, das macht schon was her! Auf einer Bank am Badeplatz genießen wir mal wieder die Sonne und fahren am Spätnachmittag auf einer schmalen Schotterpiste nach Rensted zu einem Badeplatz mit Saunahütte, Umkleiden und WC. Es geht ein kräftiger Wind, darum verschiebe ich das Baden auf morgen!

Ich bin wirklich geschwommen, aber das Wasser ist schon recht zapfig, also höchstens 50 m und dann hurtig zurück. Unsere Schränke sind schon wieder leer, also nach Karlstad zum Einkaufen und danach schauen wir uns die Stadt an. Leider ist gerade eine Riesenbaustelle in der City und so ist es recht kompliziert einen Weg über die Gleise zu finden. Ja, ist nichts besonderes, Fußgängerzone, Dom schöner Park und die alte Steinerne Brücke. Auf P4N finden wir auf einer Halbinsel einen sehr schönen Platz zum Übernachten. Ganz euphorisch packen wir die Stühle raus, aber trotz Sonne halten wir es mit dem starken Wind draußen nicht aus. Schade! Am Abend kommen noch ein paar Angler , aber laut einem Schild, darf man nur Lachse und Lachsforellen > 60 cm und Zander > 45 cm rausholen. Ich muss sagen, so große Eimer hatten die gar nicht dabei! Wir schauen uns auch noch den Marieborgskogen Freizeitpark. Im Naturum gibt es eine kindgerechte Ausstellung zu Flora und Fauna, gut für uns, denn es ist alles nur auf schwedisch, aber so kapieren wir das meiste ohne die ganze Zeit den Übersetzer bemühen zu müssen. Ein Bohlenweg führt uns zu einem Aussichtsturm und weiter zu einem kleinen Freilichtmuseum zu den Finnskogen, Waldfinnen, die hier mal angesiedelt wurden. Ein älterer Herr erklärt uns die Rauchhäuser, hier wird mit Rauch geheizt, also ohne Kamin. Er räumt aber auch ein, dass die Leute nicht sehr alt wurden. Bei den Streichelgehegen für die Kinder ist noch ein Café offen, da gibt es ein Eis für uns. Alles in allem ein toller Nachmittag und wir sind erstaunt, dass das Ganze ja eigentlich noch in der Stadt ist. Und am Abend finden wir dann endlich mal wieder genügend Holz für ein Lagerfeuer an einem kleinen See!

Viele Reisende, die wir trafen, haben uns den Tiveden NP ans Herz gelegt. Und trotz Montag sind wir nicht die Einzigen! Auf dem Weg zum Parkplatz Osteingang sind uns schon verdächtig viel Fahrzeuge entgegengekommen, nun die sind alle wegen Überfüllung zurück. So wie wir dann auch, denn der Ranger mit mit dem Strafzettelblock ist schon fleißig bei der Arbeit. Also alles zurück und zum P Vitsand im Norden gefahren. Hurra, wir erhaschen gerade noch den letzten Wohnmobilparkplatz. Aber es hat sich rentiert! Die Wanderung führt uns mit viel auf und Ab an einem See entlang, teils recht sportlich über die Felsen, aber wirklich traumhaft schön. Durch einen ursprünglichen Wald geht es oft mit einem tollen Blick auf den See hinüber zum Osteingang, wo sich das Parkplatzproblem allmählich verringert. Dann über den „Stenkällar“, ein enger Durchschlupf durch Felsen, ebenso fordernd zurück zum Auto. Von Frank und Sabine haben wir einen Stellplatztipp bei Olshammar am Vätternsee bekommen, den wir jetzt auch zügig, fast nur auf Schotterstraßen, ansteuern. Bei einem Gläschen Wein auf einer Bank oberhalb des Sees beschließen wir den Tag.

 

Eigentlich wollen wir uns heute die Festung in Karlsborg ansehen, aber zum einen ist eine Affenhitze und zum anderen ist diese wohl eher was für Militärfreaks. Also nur etwas Beine vertreten zum kleinen Leuchtturm und dann nehmen wir noch ein paar Kilometer unter die Räder und bleiben dann auf einem kleinen Bezahlplatz am Vättern. 10€ für nichts außer einer schiefen Wiese finde ich zwar etwas teuer, aber der Platz ist am Abend voll! Leider weht ein kräftiger Wind, so dass es mit dem Bad nichts wird. 

Aber heute ist es dann soweit: ca. 20 km südlich von Jönköping ist gerade noch ein Platz auf dem Parkplatz des Fängensees für uns frei und das wird mal so ein richtiger Faulenzertag mit Baden, Lesen, Hörbuchhören und Brotbacken! Auch wieder Danke nach Schleswig!

So heute laufen wir das letzte Mal durch einen schwedischen Nationalpark: Store Mosse, Schwedens größtes Moorgebiet. Und wieder der Mist mit den Parkplätzen. Bei den Pkws ist noch viel frei, aber die sieben WoMo-Plätze sind belegt, wobei manche schon arg dumm parken. Aber wir haben Glück und es fährt gleich einer los. Wir nehmen natürlich den längsten Weg ~12 km, der uns um den Kårsjö führt. Es geht über sehr viele Bohlen und im Moor ist es sehr heiß und wir sind froh, als wir endlich in den Wald kommen. Zur Stärkung gibt es viele Blaubeeren unterwegs. Nach ca. der Hälfte kommen wir zum „Vandrerhem Svasö“, wo wir Pause machen und an einer Schwengelpumpe unsere Flaschen mit Trinkwasser auffüllen. Ab hier ist der Weg dann etwas langweilig, es blüht nichts mehr, Vögel sind auch keine mehr da und sind dann 6 km ganz schön lang. Im nächsten Ort Hillerstorp gibt es dann einen schönen Platz mit Ver- und Entsorgung bei einem kleinen Hafen an einem 10 km langen Kanal. Ein Reisebus bringt dann ca. 50 Kinder und Jugendliche aus der Ukraine, die sich sehr über die Fahrt mit einem Motorboot freuen!

 

Am Fegensee legen wir heute noch einen kurzen Badestopp ein und wg. Übernachtungsverbot fahren wir noch zu dem Parkplatz der Kirche von Sandvik

Zu Wolfgangs Freude geht es heute ins größte Kaufhaus Schweden, zum Gekås in Ullared. Der Parkplatz ist gigantisch und alles ist sehr gut durchorganisiert. Die Einkaufswägen werden zum Beispiel mit einem Radlader rumgefahren! Und auf drei Etagen gibt es dort alles in in großen Mengen, also Klamotten, Kosmetik, Autozeug, alles für Tiere, Spielzeug, Haushalt, Lebensmittel u.v.m. Uns ist es bald zu viel, aber ein paar Kleinigkeiten sind auch in den Wagen gewandert, und bei den Schweden sieht es aus, als ob schon der Krieg ausgebrochen ist. Manche gleich mit zwei Wägen! Nun aber raus aus dem Getümmel. Wir fahren nun an die Küste nach Falkenberg, wo man beim Windpark stehen bleiben darf. Die Windräder stören nicht, aber der Wind ist schon heftig hier. Na, wer hätte das gedacht? Wir spazieren noch zu dem kleinen Sporthafen mit den hübschen, roten Bootshäusern und übernachten hier auch, aber am nächsten Tag fahren wir etwas weiter an der Küste, wo es windtechnisch viel besser ist und wo wir einen genauso schönen Sonnenuntergang wie gestern haben.

Heute Abend verlassen wir Schweden! Von Halmstad geht es mit der Fähre nach Grenaa/Dänemark. Zuvor laufen wir noch durch Halmstad – nichts besonderes – kaufen noch etwas zum Abendessen und dann fahren wir noch zu einem Badeplatz in der Nähe des Fährhafens. Mit großer Liegewiese, Umkleiden, Duschen und einem Steg, den gibt es auch noch barrierefrei! Jetzt sind wir wenigstens auch noch in der gar nicht so kalten Nordsee geschwommen und es hat richtig Spaß gemacht. Um 18:00 Uhr fahren wir auf die Fähre auf, schauen bei noch lauen Temperaturen der Sonne beim Untergehen zu, bevor wir uns dann in der Trucker Lounge niederlassen. Wahrscheinlich dürften wir hier nicht sein, aber nur da gibt es noch frei Sitzplätze. Hier lesen wir oder schlafen unbequem am Tisch. Um 0:45 Uhr rollen wir von der Fähre und fahren noch etwas die Küste entlang zu einem Parkplatz neben einem Kieswerk. Wir haben dort sehr gut geschlafen und bei Licht sieht der Platz auch recht gut aus. Wir starten heute spät, über die Autobahn vorbei an unzähligen, nervigen Baustellen, und machen dann einen Halt in Velje, wo wir einen stadtnahen Parkplatz finden, wo wir mit der EasyPark-App bezahlen können. Da können wir falls erforderlich easy nachbuchen. Wir wollen uns hier das Fjordenhus von Olafur Eliasson anschauen, aber dazu müssen wir quer durch die Stadt bis raus zum Hafen. Das Gebäude, in dem zum Teil Büros und ich glaube ein Restaurant untergebracht sind, hat eine eigene Architektur und verbindet Meer und Stadt. Uns hat es sehr gut gefallen. Beim Rückweg steuern wir ein Café an und bestellen Cappuccino und Brownies, aber was soll ich sagen: beides ungenießbar und sauteuer! Ärgerlich. 50 km südlich gibt es einen Stellplatz in Hejlsminde, da stürzen wir uns auch noch mal in die Fluten, naja, eigentlich laufen wir ewig raus, aber das Wasser wird nicht tiefer, also nur ein bisschen ins Wasser legen statt schwimmen.

Heute reißen wir die letzten Kilometer in Dänemark und dann geht es nach Jübeck, wo wir Sabine und Frank in ihrem hübsch ausgebauten Resthof besuchen. Der Nachmittag geht viel zu schnell vorbei, schön war es bei euch! Hoffentlich sehen wir uns bald mal wieder. Erst gegen 18:00 Uhr kommen wir los und verzetteln uns heillos wegen drei nicht angekündigten Straßensperrungen. Ja, Deutschland hat uns wieder. Erst um halb neun kommen wir in Wilster (Wilstermarsch) an, nun noch Abendessen und ab ins Bett. Wilster ist ein nettes, kleines Städtchen mit allem was man braucht, auch schöne Klinkerhäuser, große Kirche und sogar mit Leuten auf der Straße! Es ist nicht mehr weit nach Glückstadt zur Elbfähre. Doch dann auf der Zufahrtsstraße beginnt das Chaos. Im Internet lesen wir, dass es zu Verspätungen kommt, weil eine Fähre defekt ist. Lange Rede kurzer Sinn, wir stehen fünf Stunden im Stau, bis wir endlich auf die Fähre können. Die Polizei regelt den Verkehr nicht, die einzige Ampel bleibt eine halbe Stunde auf rot, so dass nur die Abbieger der anderen Straße fahren können. Es ist einfach nur zum Kotzen. Ich habe gerade die Nummer der Polizei gewählt, da schaltet die Ampel auf grün und schon geht es zumindest über die Straße. Dafür werden wir mit der hübschen Stadt Stade entschädigt, die uns mit den tollen Häusern und der stimmungsvollen Beleuchtung am Abend super gefällt. Am Fischmarkt gönnen wir uns in einem spanischen Lokal noch einen Absacker, bevor wir wieder durch die City und einem Park zum Auto zurücklaufen.

Auch um Bremen langer Stau wegen Arbeiten an der Weserbrücke, aber am frühen Nachmittag sind wir endlich im Wildeshauser Geest angekommen. Nach dem Kaffee bin ich alleine eine Runde gegangen. Zuerst durch das Pestruper Feld mit mehr als 100 Grabhügel aus der Bronzezeit, die auch gut zu erkennen sind und dann weiter zu den „Kleinen Knetener Steinen“ mit Megalith-Gräbern aus der Jungsteinzeit, wo mich das 20 m lange Langhügelgrab schon sehr beeindruckt hat. Nach einer Übernachtung in Vechta sind wir noch mal zu einer anderen Stelle im Wildeshauser Geest gefahren um dort durch das Moor zu wandern. Zu Beginn ist der Weg sehr staubig, vor allem wenn ein Traktor vorbeifährt, aber dann macht es Spaß durch die Wälder zu laufen – trotz Regen. Nun noch schnell auf den Aussichtsturm hoch und dann fahren wir zackig ins Münsterland zu unserer Tochter , Schwiegersohn und den beiden Enkelkindern, wo wir schon mit lecker Kuchen erwartet werden. Dort bleiben wir zehn Tage, genießen die Zeit mit den Kleinen, werkeln im Garten, hüten am Abend die Kinder und feiern dann den lange ersehnten Ersten Schultag von August! Am Sonntag ist im Ort ein großes Feuerwehrfest, wo wir Löschzüge in allen Größen bestaunen können, August nimmt an sämtlichen Aktivitäten der Kinderfeuerwehr teil und wir sind von den angebotenen Speisen und Getränken sehr angetan! 

Heute heißt es Abschiednehmen und damit wir nicht zu traurig sind, treffen wir uns in Telgte mit Barbara und Raimund, Reisefreunde, die wir seit unserer ersten Begegnung 2019 im Baltikum immer wieder mal treffen. Jetzt ist erst mal ratschen und sonst nicht viel angesagt. Am nächsten Tag wechseln wir die Stadt, es geht nach Beckum. Allzu viel hat das Städtchen nicht zu bieten, aber mit Hilfe der Lauschtour-App auf Barbaras Handy, werden uns doch noch ein paar interessantere Dinge gezeigt. Zum Übernachten fahren wir zur Windmühle auf den Höxberg und schaffen es dann doch bis 23 Uhr mit Fellen und Decken ausstaffiert draußen zu sitzen! Und schon steht wieder ein Abschied an.

Wir fahren nach Eisenach und steuern den einzigen kostenlosen Parkplatz an der Hohen Sonne an. Alle anderen, wo man mit einem Wohnmobil parken darf, sind einfach unverschämt teuer im Vergleich zu den Pkw-Plätzen. Von dort kann man schön durch die Drachenschlucht wandern. Ein breiter Weg führt uns durch mächtige Buchenwälder hinab in die Schlucht. Dort geht es dann auf Gitterwegen durch enge, bemooste Felsen hindurch, das engste Stück beträgt gerade mal 68 cm!. Ist etwas nervig bei Gegenverkehr! Wir müssen dann natürlich wieder zurück, aber der Weg macht echt Spaß und ist gut auch am Spätnachmittag noch zu machen. Übernachtet wird in Bad Salzungen auf dem Thermenparkplatz, von wo wir dann unseren letzten Übernachtungsplatz am Silbersee bei Treffelstein in der Oberpfalz anpeilen. Da nützen wir das warme Wetter noch zum Schwimmen aus und für eine Runde um den See. Leider regnet es am nächsten Morgen und deshalb geht es nun direkt nach Hause und nicht erst noch auf die Landesgartenschau in Furth im Wald. Aber das holen wir in ein paar Tagen nach!

 

Nach 107 Tagen und gut 12.000 km sind wir wieder zu Hause und es war eine unglaublich schöne Reise! Aber jetzt müssen wir die vielen Eindrücke verarbeitet werden und dann natürlich noch die nächste Reise geplant werden! Seid gespannt!

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