Griechenland 29.10. - 06.11.2016

Ein kurzer Blick auf die Wetter-App und schon ist klar, wo wir hinwollen: In Gythio werden uns strahlender Sonnenschein und 23° versprochen! Und tatsächlich wird der Regen etwas geringer, als wir uns der Küste nähern und in Skala, beim Supermarkt, hört er gar ganz auf. Da unsere Schränke leer sind, dauert es doch recht lange, bis wir fertig sind. Zumindest lange genug, dass es wieder regnet. Wir schlängeln uns durch die engen Straßen durch und finden kurz darauf einen Platz an einem geschlossenen Strandrestaurant. Als wir um die Büsche schauen, sehen wir, dass wir direkt bei dem verrosteten Schiffswrack der Dimitrios stehen, die seit gut 35 Jahren hier langsam verrottet. Bei einem Strandspaziergang entdecken wir die schon seit mehreren Wochen verlassenen Schildkrötennester, auch die Schalen der Eier sind noch gut zu sehen. Muschelmäßig ist es hier sehr ergiebig und ich komme mit vollen Taschen zurück zum Hiasl. Die klare Nacht gibt uns Hoffnung auf Wetterbesserung.

Grauer Himmel, aber trocken, so dass wir zu einer Wanderung in auf die Hügelchen aufbrechen. Zuerst flach, dann steiler geht es durch große Zitrusfrüchteplantagen und später durch Olivenhaine hinauf. Die Bäume sind voll mit Orangen, Mandarinen, Zitronen und Oliven. Alles steht kurz vor der Ernte. Wir erfahren, dass allerdings heuer in Griechenland die Olivenfliege ziemlich gewütet hat und die Landwirte per Gesetz spritzen mussten. Vom höchsten Punkt übersehen wir die ganze Bucht einschließlich Wrack und einem Kreuzfahrtschiff, von wo aus die Beiboote eifrig damit beschäftigt sind die Passagieren an Land zu schaffen. Kaum sind wir zurück, spüren wir schon die ersten Tropfen. Okay, dann können wir endlich mal wieder in Ruhe lesen!

Heute wollen wir nach Kafou, zwischen Kalamata und Koroni, zu Karin und Georg fahren. Wir haben uns seit eineinhalb Jahren nicht mehr gesehen, als die beiden beschlossen, für immer in Griechenland zu wohnen. Der kürzeste Weg führt über Sparta. Ist ja klar, dass heute die Sonne scheint! Sparta lassen wir links liegen, da es recht spartanisch sein soll und nehmen die wunderschöne Bergstraße nach Kalamata unter die Räder. Für Wolfgang ist es zwar ein gnadenloses Gekurbele hinauf bis auf 1300 m. Aber die Landschaft ist fantastisch. Steile und enge Schluchten und Laubbäume in allen Farben. Vereinzelt sehen wir noch ein paar Schafe und Ziegen und einige Hirtenunterschlüpfe. Am Pass machen wir Pause und genießen die frische Luft und den Blick auf die Berge, die wir ja eigentlich zu Fuß durchqueren wollten. Auf der anderen Seite ging es natürlich ebenso steil und kurvenreich hinab, bis wir endlich von oben Kalamata erkennen können. Die Stadt ist viel größer, als wir sie in Erinnerung haben. Doch wir sind schon spät dran, darum geht es gleich weiter über Messini, am Flughafen vorbei runter über die Küstenstraße Richtung Koroni. Dank Karins guter Beschreibung finden wir auf Anhieb hinauf in das kleine Dörfchen Kafou, wo wir schon erwartet werden. Von dem Grundstück der beiden, mit dem tollen Haus und einem ebenso schönen Gästehäuschen - in dem wir residieren dürfen - hat man einen Superblick aufs Meer und hinüber auf die Mani mit dem höchsten Berg Ilias 2406 m.

Die nächsten Tage verbringen wir mit Ratschen, Spazierengehen und Wandern. Wir fahren nach Koroni, das trotz Tourismus noch etwas von dem ursprünglichen Fischerdorf bewahrt hat. Wir besuchen am Abend diverse Tavernen, wo wir uns in der Küche leckere Gerichte, wie Zitronenhühnchen, gebackene Leber, Schweinefleischeintopf, Souvlaki u.v.m., aussuchen können. Auch preislich versöhnen wir uns wieder mit Griechenland. Doch mit was ich mich gar nicht anfreunden kann, ist der Kaffee hier. Entweder ist es eine Art Espresso mit sehr viel Satz oder Nescafé. Bei allen Arten muss man schon bei der Bestellung angeben, wie viel Zucker man haben möchte. Und das variiert dann: bei Mittelsüß sind das ein oder auch zwei Löffel. Tja, auf jeden Fall bringe ich das Gebräu einfach nicht runter. Leider hat der Wettergott auch hier kein Einsehen, denn es regnet ziemlich oft. Alle Leute bestätigen, dass das Wetter diesen Herbst extrem sei. Sonst könne man bis im Dezember hinein noch Baden. Nach einem ziemlich heftigen Gewitter, fällt für viele Stunden der Strom aus. Aber Karin ist gut gerüstet, so wird das Frühstück halt auf einem kleinen Campingkocher zubereitet.  Die Woche vergeht im Nu und wir merken, dass es Zeit wird wieder aufzubrechen. Wir verstauen nun wieder alles im LKW, auch frisch gewaschene Wäsche!, und verabschieden uns von den beiden für die nächsten drei Wochen. Denn dann kommen wir wieder, weil wir den Hiasl bei ihnen abstellen können für die Zeit, die wir in Deutschland verbringen werden.

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