Griechenland 14.10. - 18.10.2016

Bei Superwetter laufen wir über den Steg hinüber zur Klosterinsel. Dort umrunden wir die komplette Insel uns kommen dadurch an allen Ruinen der ehemaligen Klöster und Basiliken aus dem 10. bis 15. Jh. vorbei. Z. T. wurde restauriert, aber das meiste ist sich selbst überlassen. Ziegen grasen durchs Kirchenschiff, durch undichte Dächer läuft der Regen über alte Fresken. Vom höchsten Punkt der Insel entdecken wir zwei Pelikane auf dem See. Dies ist wohl das Paar, das sich nicht mehr auf die Reise macht, wie uns der Müller gestern erzählte. Beim Rückweg stolpern wir fast über eine Schweinfamilie und die Kühe nehmen Reißaus vor uns. Alles sehr idyllisch! Soviel Natur macht hungrig und wir kehren in der Bar am Stegende ein. Hier ist anscheinend ein Künstler zu Hause, denn überall stehen Holz-, Stein- oder Eisenskulpturen herum. Eine kleine Herde Wasserbüffel zieht vorbei, wir kommen aus dem Staunen nicht heraus. Anschließend fahren wir nach Kastoria – Sim-Karte! Bei einem Spaziergang durch die Stadt, die an einem See liegt, kommen wir an mehreren Pelikanen vorbei. Die sind wohl auch zu faul zum Fliegen? Kormorane sitzen auf einem Baum auf der Lauer und eine große Horde Gänse schnattert auf dem Bürgersteig. Gefieder ohne Ende! Endlich ist es 17 Uhr und wir kaufen eine Karte, allerdings müssen wir uns erst an die Preise gewönnen. 2 GB für 5 Tage für 15 Euro! Da sind wir halt von Polen, Rumänien und Bulgarien etwas verwöhnt. Auch die Preise im nahen Lidl haben es in sich. So im Schnitt 1,5-fach wie in Deutschland. Wolfgang verzichtet gleich aufs Bier und das will was heißen! Nun brauchen wir nur noch einen Schlafplatz, wo wir gleich die Karte aktivieren wollen und endlich mal wieder Kontakt zur community haben wollen!

So, heute möchten wir mal Strecke machen und fahren gleich mal auf die nagelneue von der EU finanzierte Autobahn. Am Straßenrand stehen Gott sei Dank immer die Schilder, wie viele Millionen dazu beigesteuert wurden. Nach der ersten Milliarde verliere ich den Überblick. Und ich muss noch anmerken, dass wir fast die einzigen sind, die die AB benutzen! Einmal müssen wir 6 € Maut bezahlen, was in Anbetracht der vielen Tunnels nur fair erscheint. Kurz hinter Ioannina ist ein Stück Landstraße und Wolfgang fährt brav rechts, was sich aber als Ausfahrt herausstellt. Und wo stehen wir plötzlich? Vor IKEA! Na, das ist doch ein Zeichen. Da müssen wir natürlich rein. Doch außer Batterien und einem Kissen kaufen wir nichts. Wir haben ja auch gar keinen Platz. Jetzt wollen wir doch mal ans Meer und so geht es über Arta endlich an die Küste, wo wir dank OSMAND einen Minihafen finden und einen  - etwas ungepflegten – Strand, dafür aber mit noch funktionierender Süßwasserdusche. Das Wasser ist sauber und noch warm genug zum Schwimmen. Herrlich!

 

Die Nacht war unruhig! Wir sind um 11 ins Bett gegangen und kurze Zeit später abrupt aufgewacht, weil unser LKW heftig geschaukelt hat. Wolfgang dachte erst es wäre ein Sturm oder junge Leute, die sich einen Spaß machen. Doch nichts dergleichen. Ich habe allerdings an ein Erdbeben geglaubt. Wir haben uns wieder hingelegt und sind dann auch wieder eingeschlafen. 

Ich habe heute Herrn Google bemüht und es war tatsächlich ein Erdbeben der Stärke 5,5. Gott sei Dank waren aber keine größeren Schäden zu verzeichnen.

Heute war nur Schwimmen, Lesen, Putzen und Autoabschmieren angesagt. Auf die letzteren beiden Arbeiten hätten wir bei dem tollen Wetter gut verzichten können, aber es muss halt auch mal gemacht werden. Wenigstens kann ich so auch mal meinen Arbeitsoverall in Gebrauch nehmen!

 

Mit dem Fernglas haben wir dann auch noch drei riesige Fische vorbeiziehen sehen. Sicher zwei Meter lang und mit einer großen Rückenflosse. Aber keine Ahnung, was das für welche waren.

Nach Wasser tanken am Hafen geht die Reise weiter. Wir müssen dringend Wäsche waschen (lassen). Das Netz spukt gleich zwei Wäschereien in Nafpaktos aus, nur 10 km nach Antirion, wo wir ja sowieso hin müssen. Perfekt! Fast, denn beide haben wohl schon vor Jahren zugemacht. Durch Fragen haben wir dann eine Reinigung mitten in der Altstadt gefunden, was mit dem Lastwagen nicht immer so ganz einfach war, denn die eh schon enge Straße wird gerne auch noch in zweiter Reihe zugeparkt. Um 14 Uhr macht die Wäscherei zu und fünf Minuten davor haben wir endlich alles abgegeben. Das Wetter ist herrlich, aber in der Stadt ist nun tote Hose und so gehen wir zur Festung hinauf. Durch verwinkelte Gassen, vorbei an schönen Steinhäusern und blühenden Orangenbäumen – mein Lieblingsduft – gelangen wir durch einen Pinienwald zum Eingangstor. Doch auch hier ist Siesta, doch wir werden mit einem tollen Blick auf die Meerenge bei Patras und die Berge des Peloponnes entschädigt. Am Nordende von Nafpaktos können wir bei einer jetzt geschlossenen Strandbar das Auto abstellen. Wolfgang springt noch ins Meer, mir ist es jetzt zu windig – ich war ja schon am Morgen!

Um 12 Uhr soll die Wäsche fertig sein, aber Griechenland eben. Um ein Uhr verspricht die nette Dame. Da machen wir uns doch auf die Suche nach einem Café mit wifi und schauen, was es neues bei unseren Kindern gibt. Danach geht es über die riesige Hängebrücke von Antirion nach Rion. Erstaunlicherweise werden wir bei den PKWs eingestuft, so dass es nur 13,30€ kostet, statt der angedachten 20€. Wir verpassen dann leider die Auffahrt zur Umgehungsstraße von Patras und müssen nun mittendurch. Es herrscht viel Betrieb und Wolfgang ist froh mit so einem großen Auto unterwegs zu sein, da haben die Griechen schon ein bisschen Respekt. Bei einem Supermarkt decken wir uns für unser geplantes Trekking durch den Peloponnes ein. Wir fahren noch ein Stück weiter Richtung Tripolis, wo wir einen Stellplatz für den LKW suchen wollen, um dann das Teilstück des Fernwanderweges E4 zu gehen.

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