Albanien 22.09.2015 - 25.09.2015

Wir erreichen Berat, die Stadt der tausend Fenster. Über eine steile, mit glatt geschliffenen Steinen gepflasterte Straße steigen wir zur Festung hinauf. Die Burganlage ist riesig, doch wie immer, ohne jegliche Erklärungen oder Schilder. Es fehlt einfach am Geld um was daraus zu machen. Etliche der alten Häuser sind bewohnt, so dass es nicht ganz so trist aussieht. Die Aussicht von oben ist auch nicht so berauschend. Wir hatten uns mehr erwartet und sind bald wieder runter in die Stadt.

Viel schöner ist das christliche Viertel auf der anderen Flussseite. Enge, steile Gassen mit weißgestrichenen Häusern und links und rechts der Gassen viele Pflanzen.

 

Nach ein paar Einkäufen (Kaffee von einer kleinen Rösterei und Rot- und Weißwein eines örtlichen Weingutes) suchen wir uns einen Stellplatz an der Straße Richtung Corovode. Bald darauf kommt noch Wolfgang aus München mit seinem Womo dazu. Und schon bekommen wir auch Besuch von zwei Männern: Merkel gut, Deutschland gut, aber teuer! Sie schenken uns eine Flasche frischen Ayran und einen Becher mit Raki. Aber schon mit dem Hinweis, ihn nicht auf einmal zu trinken. Das würde unsere Leber auch nicht mitmachen! Wir verbringen noch einen netten Abend mit Wolfgang und dem sehr guten Rotwein.

Die Wanderung zu einem Wasserfall heute Vormittag ist recht schön, aber wir müssen sie wegen recht aggressiver Hunde knapp oberhalb der Fälle abbrechen.

 

Corovode ist dann ein richtiges Kaff. Eigentlich möchten wir gerne was zum Essen kaufen, aber außer ein paar Scheiben lappriges Brot ist nichts zu finden. Doch kurz nach dem Ort beginnt der Osumcanyon. Von einem geschlossenen Zeltplatz hat man eine tolle Sicht auf die imposante Schlucht. Zuerst fahren wir  noch auf Teer, aber bald ist es eine ganz ruppige Piste. Bei der maroden Brücke machen wir uns einen Cappuccino und beobachten einen heimischen Toyota, der darüber donnert. Aber mit unseren 7,5 to fahren wir doch lieber durch die Furt, wir wollen ja nicht durch eines der Löcher verschwinden. Mit tiefen Spurrillen geht es nun steil bergauf. Unser Differential hat an einigen Stellen gekratzt, wie wir im Rückspiegel sehen. Bis auf ein paar Rutschhänge war die Piste aber gut fahrbar. Bei einem kleinen Camp in den Bergen machen wir Pause und kaufen Walnüsse und Äpfel. Die Leute wollen uns zum Übernachten überreden, aber das Wetter wird schlechter und wir wollen auf keinen Fall bei Regen da runter fahren. Endlich sind wir nach dieser langen Schaukelpartie unten am Fluss angelangt. Leider entdecken wir, dass die rechte Schweißung wieder gebrochen war.

Durch die Kelcyra-Schluchtfahren wir nach Tepelene und von hier weiter über eine Schnellstraße nach Gjirokaster. Auf dem Weg zur Burg hinauf sehen wir zum ersten Mal in Albanien Souvenirläden! Die gut erhaltene Festung bietet alles was man so erwartet: alte Kanonen, Panzer, Mausoleum von Bektashi-Priestern, Uhrturm, mächtige Gemäuer…Vögel fliegen erschreckt hoch, wenn man um eine Ecke biegt.

 

Über einen serpentinenreichen Pass erreichen wir endlich die Küste. Wir sind nun in einer terrassierten Hügellandschaft angekommen, teils mit Oliven, teils mit Zitrusbäumen bepflanzt. Hodxa hatte die Terrassen von unzähligen Zwangsarbeitern in Handarbeit anlegen lassen! Es hat mittlerweile zu regnen begonnen und wir lassen uns am Strand von Lukova häuslich nieder. Der Platz war nur suboptimal, da sich der aufgeweichte Lehm zentimeterdick an unseren Schuhsohlen festsetzt.

Es hat die ganze Nacht geschüttet. Den Vormittag verbringen wir mit Lesen (Wolfgang) und Hausarbeit und Kirschkuchen backen (Angelika). Um drei Uhr reißt es endlich auf und wir machen uns nun zu einer Wanderung entlang der Küste zu einem alten Kloster auf. Auf Hirtenpfaden gehen wir durch prächtige Landschaft – rechts steil hinab zum Meer, links mit Macchia bewachsene Hänge – Richtung Süden, doch nach ca. einer Stunde verlieren wir den Pfad und zerkratzen uns die Beine. Durch die batzige Erde haben wir brutale Stollen unter den Schuhen. Über eine kleine Kletterpartie erreichen wir einen traumhaften Strand. Leider ist es schon 17 Uhr und wir haben nur wenig Zeit für eine Rast, bevor wir uns – ohne Kloster – auf den Rückweg machen. Mit Einbruch der Dunkelheit kommen wir am Auto an und essen in der kleinen Taverne Dashi noch sehr gut zu Abend.

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