Spanien 9.12. - 15.12.2014

Allmählich wird es auch in Spaniens Süden kalt. In Daunenjacken und Schals gehüllt schauen wir uns das Olivenmuseum in Baeza an. Es ist mitsamt Hotelfachschule, Hotel, Restaurant und Campingplatz in einer ehemaligen Hacienda mit einer der größten Olivenplantage untergebracht. Viele Videos, Originalexponate wie Pressen, Körbe, Amphoren etc und 30 verschiedene Olivenbäume erläutern dem Besucher auf kurzweilige Weise die Herstellung des Olivenöls. Das Highlight ist ein Keller mit zehn gemauerten Fässern, von denen jedes 10.000 Liter fassen kann.

Anschließend schauen wir uns noch das Städtchen Ubeda an, das zusammen mit Baeza zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt worden ist. Doch anscheinend kommen die Spanier vom Glauben ab da hier eine Kirche zum Konzertsaal umfunktioniert worden ist. Das Ambiente war aber darin ist aber auch klasse! Trotz des eiskalten Windes spazierten wir durch die Altstadt mit ganz vielen kunstvollen Eisenbalkonen an den weißen oder hellbraunen Häusern. Wir entdecken dabei eine klösterliche Kuriosität: Damit die Nonnen ja nicht mit der Außenwelt in Verbindung kommen, verkaufen sie hier ihre Backwaren durch ein Drehfenster. Die Preise waren aber gar nicht christlich!

Inmitten eines abgeernteten Getreidefeldes finden wir einen ebenen Stellplatz. Zuerst spielen wir noch etwas Frisbee, aber die Gambas werden nicht mehr in der Außenküche zubereitet, denn das Thermometer zeigt nur mehr 1° an.

Am Morgen waren es dann nur -2°! Gott sei Dank haben wir unsere Heizung auf halb acht programmiert, so dass es dann gegen acht Uhr schon mollig warm, wenn wir - eventuell - aufstehen. 

Die endlosen Olivenhaine der letzten Tage werden nun endlich von einer abwechslungsreichen Gebirgslandschaft abgelöst. Die Täler liegen noch im Schatten, wodurch die Bäume und Sträucher noch mit Rauhreif überzogen sind. Bei einer Quelle bunkern wir mit Hilfe der Vorsatzpumpe für die Bohrmaschine noch reines Quellwasser, ohne den Chlorzusatz wie sonst in Spanien. So allmählich nähern wir uns der Küste, was sich vor allem bei den Temperaturen bemerkbar macht. Kurz vor Elda entdecken wir mal wieder bei einer Ruine ein sonniges Fleckchen und beschließen den Tag mit Lesen.

Noch gut 100 km sagt uns das Navi bis nach Teulada, wo uns unser Freund Max abholt. Die Wiedersehensfreude ist groß und er lotst uns weiter nach Moraira, wo wir mit ihm und Marlene zwei schöne Tage verbringen. Wir gehen auf den Markt und kurbeln die spanische Wirtschaft - im wahrsten Sinne des Wortes - an, spazieren lange am Strand von Calpe rum und beobachten die Kitesurfer. Der Rest von Calpe ist leider nicht so schön: ein gesichtloses Hochhaus neben dem anderen und dazwischen viel deutsche/englische/holländische Restaurants. Die Abende mit Max sind lang und feucht-fröhlich. Darum sind wir noch ganz kaputt als wir uns am Samstag nach dem Frühstück verabschieden um noch ca. 200 km auf der Küstenautobahn Richtung Norden fahren. In einem kleinen Ort im Ebrodelta quartieren wir uns für die Nacht am Hafen ein.

Unser letzte Tag in Spanien ist angebrochen. In einem Rutsch geht es bis nach Barcelona, wo wir den LKW wieder am Hafen abstellen und zu Fuß zum Montjuic aufbrechen. In dem weitläufigen Gelände verlieren wir schnell den Überblick und so machen wir etliche Höhenmeter, bis wir am höchsten Punkt beim Castell de Montjuic ankommen. Leider ist es heute ziemlich diesig, so dass der erhoffte Ausblick auf Barcelona nicht ganz so toll ist. Den Eintritt fürs Castell haben wir dann für uns sinnvoller fürs letzte Essen unten in der City angelegt. ¡Adiós España!

Die Fährfahrt haben wir großteils verschlafen. Doch je näher wir am nächsten Nachmittag nach Genua kommen, umso schlechter wird das Wetter.

Wir kommen gerade noch so im Hellen vom Schiff runter und finden nach etwas Umherirren auch aus dem Hafengelände raus. 

Da wir morgen keine 700 km fahren wollen, müssen wir heute wohl oder übel noch etwas Strecke machen. Die Fahrt im Dunkeln und dem Regen ist anstrengend. Irgendwo in der Poebene bleiben wir auf einem Friedhofsparkplatz stehen und belohnen uns mit feinem Essen und guten Rotwein.

Der letzte Tag beginnt mit einer langweiligen Stecke auf der Autobahn. An und zu kommt mal die Sonne raus, aber sonst gibt es außer die unbeliebten Mauthäuschen nichts spannendes. Wir wechseln uns mit dem Fahren ab. Und kurz nach Bozen ist es soweit: Es regnet wieder mal in Strömen und unser seit vier Wochen erfolgreich verdrängtes Problem kommt wieder an die Oberfläche. Der Scheibenwischer streikt! Ich kann gerade noch im Blindflug in die nächste Parkbucht einscheren. Diesmal besteht die einzige Lösung darin, dass wir den rechten Wischer nach vorne wie einen Spieß abstehen lassen. Damit fahren wir bis nach Sterzing, wo es endlich mit dem Regen aufhört. Wir kaufen hier auch noch schnell eine GoBox, denn auf ewige Landstraßenfahrerei haben wir heute keine Lust mehr. Aber trotzdem sind wir erst um acht Uhr abends nach 4 1/2 Wochen wieder daheim.

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Spanien 4.12. - 8.12.2014

12 € zahlen wir pro Nacht inkl. Tanks be- und entleeren. Heute steuern wir den südlichsten Punkt unserer Reise an.Schon von weitem sehen wir die riesigen Hafen anlagen von Cadíz. Interessant sehen die zwei Wahnsinnspfeiler der noch unfertigen neuen Brücke aus. In der Altstadt dann ist offroad-Fahren angesagt. Wie sehr oft in Spanien ist der Straßenbelag grenzwärtig, in die Schlaglöcher passen wir fast ganz rein! Aber direkt am Meer gibt es einen Parkplatz für uns für 2 ct/Minute. Wir müssen dafür nur noch die Stromleitung etwas anheben und schon dürfen wir unter Beifall des Parkwächters rein!

Auf einem gerade noch geöffneten Markt erstehen wir ganz heiße, frittierte Tintenfische - sehr lecker! Schade, dass nun zur Mittagszeit alle Läden schließen, aber trotzdem genießen wir den Spaziergang in den engen, schattigen Altstadtgassen zwischen den zweistöckigen weißen Häusern. Bei dem Superwetter machen wir noch einen Strandspaziergang zu einer kleinen Halbinsel mit dem Castillo San Sebastián.

Später in einem Riesen-Carrefour erfahren wir, dass am 6. und 7. 12. in Spanien Feiertage sind und wir doch etwas mehr einkaufen müssen als geplant. Leider kann ich auch bei der feinen Mandelschokolade nicht nein sagen. Was in den großen Läden toll ist, es gibt keine einzelnen Kassenschlangen mehr. Alle stellen sich in einer Reihe an und man wird dann per Lautsprecher zur nächsten freien Kasse gelotst, d. h. keiner hat hier mehr das Gefühl, dass er selbst immer an der langsamsten Kasse ansteht!

Schwierig ist es nach dem Einkaufen wieder aus Cadíz rauszukommen: alle Straßen, die wir ausprobieren sind für mehr als 3,5 to gesperrt! Bei der kleinsten und engsten hat es dann endlich geklappt und wir sind noch ein Stück Richtung weiße Dörfer gefahren, wo wir neben einer Ruine einen schönen Platz gefunden haben.

Bei Strahlen blauem Himmel kommen mal wieder die Mountainbikes zum Zuge. die Strecke nach Medina Sidonia geht bergauf und -ab. Das ist auch so gewollt, aber der tiefe Batz nicht! Mit schlammverkrusteten Schuhen gehen wir durchs Dorf, wo heute Markt ist. Viel mitnehmen können wir ja nicht, aber für Ohrringe reicht der Platz im Rucksack dann doch! Bevor wir zum höchsten Punkt aufbrechen, stärken wir uns noch mit geröstetem Brot und Schweineschmalz, sonst nicht so mein Ding, aber echt gut! Ganz oben ist wie immer die Kirche, welche auf einer ehemaligen Moschee aufgebaut worden ist. 

Den Abkürzer, den Wolfgang auf der Rückfahrt entdeckt hat, hat er dann selbst bereut. Der Batz ist hier noch tiefer und zäher als zuvor. Schalten und einklicken ist nicht mehr möglich. Mit kleinen Ästen versuchen wir den Lehm wenigstens aus der Schaltgruppe zu entfernen. Gelingt aber nur suboptimal. Bevor wir weiterfahren, erholen wir uns am LKW noch mit Cappuccino und Kirschkuchen. In Arcos de la Frontera finden wir einen ruhigen, aber doch zentral gelegenen Stellplatz in der Stadt. Als wir vom Kirchen- und Barbesuch zurückkommen, werden wir aber eines besseren belehrt. Gerade als wir ins Bette gehen, fährt eine Horde Jugendlicher mit ihren Autos vor und wir werden mit grauenvoller Musik aus Ghettoblastern dauerbeschallt!. Halten wir es aus? Nein!!! Also alles verstauen und hoffen dass, wir in der Dunkelheit noch ein geeignetes Plätzchen finden Ein paar Kilometer weiter klappt es dann.

Heute ist Feiertag und wir kommen auf die glorreiche Idee eine Wanderung in einem Naturpark zu machen. Und gefühlte tausend spanische Großfamilien auch. Das wäre auch überhaupt nicht schlimm, wenn diese nur nicht alle nebeneinander gehen würden! Die Tour selbst ist aber wunderschön. Sie führt von El Bosque malerisch an einem Fluss entlang hinauf nach Benamahoma. All diese Dörfer sind ein Traum. Weiße Häuser, enge Gassen mit Kopfsteinpflaster und trotz Anfang Dezember noch blühende Pflanzen. Viel Leben ist auch in den Bars, wo man auch gut die neuesten Modetrends in der Damenwelt begutachten kann!

Zurück beim Hiasl beschließen wir noch "schnell die paar Kilometer" auf einen Pass rauf zufahren um dort zu übernachten. Ich bin oben schweißgebadet angekommen, denn die Straße ist steil, sehr schmal und es gibt viel Gegenverkehr. Die Fahrer erschrecken immer, wenn sie uns sehen. Aber was machen sie? Statt etwas nach recht zu fahren, kommen sie immer mehr in die Straßenmitte. Also spanische Autofahrer bekommen bei mir keine gute Note. Auf 1105 m Höhe bleiben wir direkt auf dem nun leeren Parkplatz stehen. Wir haben einen spektakulären Ausblick auf die Berge Andalusiens von hier und einen tollen Sonnenuntergang.

Heute morgen ist es lausig kalt. Um 8:30 Uhr zeigt das Thermometer draußen 2° und drinnen 7° an. Um 10 Uhr bei schon 3° brechen wir zu einer Wanderung auf. Anfänglich können wir noch einen Steig erkennen, aber ab einer Scharte müssen wir uns auf die gespeicherte gpx-Tour auf unserem Garmin verlassen. Mehr oder weniger weglos erreichen wir zuerst einen namenlosen Gipfel, von dort wieder hinab, bis wir auf den Normalweg zum 1566 m hohen Simancón gelangen. Auf dem Gipfel war es recht kalt, aber dafür werden wir mit einer super Fernsicht auf die Straße von Gibraltar bis hinüber nach Marokko belohnt. Durch eine recht wilde Gebirgslandschaft steigen wir nach Grazalema ab. Laut Reiseführer soll es das schönste der weißen Dörfer sein. Doch leider ist es schon spät und wir müssen noch zum Auto rauf.

Auch die nächste Nacht ist wieder grimmig kalt. Am Morgen hängen kleine Eiszapfen am Fenster! Da wir in ein paar Tagen bei Freunden an der Costa brava sein wollen, ist heute ein reiner Fahrtag angesagt. Aber ich will mich nicht beschweren, denn das haben wir bis auf die anfahrt zur Fähre eh nicht mehr gemacht. Nördlich der verschneiten Sierra Nevada fahren wir an Granada vorbei - schade - bis nach Baeza, wo wir in einem Olivenhain einen Schlafplatz finden.

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Spanien 29.11. - 3.12.2014

Cáceres ist bei Regisseuren als Mantel- und Degenstadt bekannt. In den engen Gassen mit den hohen Türmen, prächtigen Palästen und alten Kirchen erwartet man wirklich an jeder einem Ritter mit Schwert zu begegnen. Wir schlenderten ohne Ziel durch die mittelalterliche Stadt. Am Nordrand gelangten wir ins Judenviertel, das außerhalb der damaligen Mauern liegt und sich auch rein äußerlich abgrenzt. Denn die Häuser waren hier sehr viel kleiner und weiß verputzt. auch jetzt Ende November sahen wir noch viele blühende Bougainvillen. Da es gerade Mittag war, bimmelten von überall die Glocken, hell, dunkel, laut und leise. Zurück an der plaza erreichten uns auch wieder Sonnenstrahlen und so konnten wir ohne Daunenjacken eine feine Kartoffeltortilla genießen. Südwestlich von Cáceres fanden wir dann in einem kleinen Naturpark einen wunderschönen Platz zum Übernachten an einem kleinen See.

Trotz sternenklarer Nacht war am nächsten Morgen alles in dichten Nebel gehüllt. Wir brachen trotzdem zu einer längeren Wanderung auf. Als dann die Sonne durchkam, herrschte eine schon fast mystische Stimmung. Leider fanden wir weder die angepriesenen Dinospuren noch die steinzeitlichen Zeichnungen! Interessant waren jedoch die amorphen "tubas", von denen wir vermuteten, dass sie als Särge gedient hatten. Nach der Hälfte des Weges erreichten wir das Museum Vostell, das der Berliner Experimentalkünstler Wolf Vostell in den 1970er Jahren in den Räumen einer ehemaligen Wollwäscherei eingerichtet hatte. Er gehörte der Fluxusbewegung an (=no sense). Den Eindruck hatte ich auch bei den einbetonierten Autos, dem Vorhang aus Motorrädern, Collagen aus Knochen etc. Da es schon wieder regnete, schauten wir, dass wir zum Auto zurückkamen. Zum aufwärmen machten wir noch einen lecker cappuccino und fuhren dann noch nach Mérida. Da heute Feiertag ist, war der angesteuerte Carrefour leider geschlossen, also fuhren wir noch weiter zum Stausee bei Alange.

Sonne und blauer Himmel heute Morgen! Wir beschlossen eine kleine Wanderung über den Burgfelsen nach Alange zu machen. An einem Klettergarten vorbei ging es über einen kleinen Steig zur Ruine hinauf. Von oben hatten wir einen fantastische Sicht über den glitzernden See, rundum war alles grün und wir fanden auch viele blühende Orchideen. Beim Abstieg verstiegen wir uns etwas, was uns zerkratze Arme einbrachte!

Alange hat mir sehr gut gefallen. Die Fenster waren nicht sämtlich geschlossen, alles wirkte offener, alte Frauen waren mit ihren Einkaufswägen unterwegs, die Herren spazierten herum und junge Frauen joggten. Es gab noch viele kleine Läden für den täglichen Bedarf und für uns ein Eis zur Belohnung! Auf dem Kirchturm waren viele bewohnte Storchennester. Das war vielleicht ein Geklappere!

Zurück nach Mérida zum Einkaufen und einem Sundowner. Danach hatten wir dann das erste Mal Pech mit der Suche nach einem Übernachtungsplatz. Es war schon fast dunkel als wir in Zafra direkt an der Straße einen Truckerstellplatz fanden. Nicht so toll, aber für eine Nacht ging es schon.

Heute war ein spannender Tag! Wir wollten nach Aracena ins Schinkenmuseum. Die 90 km dahin waren ein stetes Auf und Ab. Bei Auf zeigte unser Tacho nur noch 29 km/h. Hmm. Den Bordmechaniker störte das aber nicht weiter. Er ignorierte dann auch das Verbotsschild für LKW in der Altstadt. Wir haben ja ein Wohnmobil! Den Sinn dahinter verstanden wir erst, als wir uns heillos in den extrem engen Gassen verkeilten. Die Anwohner schauten schon sehr entsetzt, als sie uns nur ein paar Zentimeter von ihren Autos entfernt durchfahren sahen! Und dann beim Rangieren in einer Kurve passierte es: der Hiasl machte hinten links nähere Bekanntschaft mit einer Mauer! Die eh schon angespannte Stimmung war nun auf dem Nullpunkt. Mit viel Schweiß vergießen fanden wir irgendwann aus der Altstadt raus und gingen dann zu Fuß durch das eigentlich schöne Städtchen. Der Museumsbesuch hat uns dann wieder etwas besänftigt. Er war kurzweilig und informativ. Fein war auch die Kostprobe vom jamón íberico am Schluss.

Unser Ziel für heute war ein WoMo-Stellplatz am Hafen in Sevilla. Es war mal wieder Bewegung fällig und so ging es zu Fuß zur Plaza España. Hier gibt wurden anlässlich der Expo von 1932 prächtige Bauten, Kanäle mit Ruderbooten, gekachelte Bänke und Wände und viele asiatische Touristen. Sehr lustig zum Anschauen! Weiter geht es Richtung Zentrum, wo die drittgrößte Kathedrale weltweit steht. Wir machten es uns in einer Bar bequem, wo wir bei Tapas und Wein die Spanier beim vorweihnachtlichen Einkaufsbummel beobachteten.

Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Bus in die city - denn eine Stunde einfach war uns dann heute doch zuviel. Hinter der Kathedrale war dann der Treffpunkt für die free walking tour. Unser Guide Guillermo führte uns (eine recht internationale Gruppe) in drei Stunden durch Sevillas Altstadt. Auf recht unterhaltsame Art erläuterte er uns auf Englisch die Geschichte der Stadt. 

Anschließend bestiegen wir noch die Giralda, den Uhrenturm der Kathedrale, der ursprünglich von den Mauren als Minarett der großen Moschee erbaut wurde. Aus 75 m Höhe hatte man einen Superausblick auf das weiße Häusermeer ringsum.

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Spanien 24.11. - 28.11.2014

So schön langsam kommen wir aus den Bergen raus und in die La Mancha rein. Es folgt eine Burg nach der anderen. Unser Enkel Emil wäre begeistert! Wir auch! So beschließen wir unsere erste offroad-Fahrt zum Castille de Haro hinauf.Leider ist es abgeschlossen, dafür haben wir einen wunderschönen Ausblick auf eine - für bayrische Verhältnisse - riesige Finca mit einer enormen Anzahl an Heuquadern!

In Belmonte sehen wir dann endlich die erste alte Windmühle! Don Quijote lässt grüßen! In Campo de Criptana übernachten wir nach einer etwas engen durchfahrt durch das Dorf direkt oben an den Windmühlen. Nach feinen gegrillten Gambas gibt es noch einen romantischen Sonnenuntergang! Die angrenzenden Weinstöcke sind schon gelesen, aber die Olivenernte hat gerade erst begonnen. Zum Teil noch per Hand und mit Stöcken, aber wir haben auch Rüttler gesehen, die nicht so zart mit den alten Bäumen umgehen!

Heute ist eine Radtour über die Dörfer angesagt. Doch leider hat es nur 12 Grad und zudem dichten Nebel. Also alles anziehen und los. Es war eine fast mystische Stimmung zwischen den Wein- und Olivenfeldern durch. Ab und zu ein älterer Herr, der nach seinen Bäumen sieht und sonst nichts! In den Dörfern waren alle Jalousien runtergelassen, die Fenster vergittert und kaum ein Mensch auf der Straße. Gott sei Dank fanden wir in Miguel Esteban eine Bar zum Aufwärmen und mit leckeren Tapas. Auch im Vogelparadies an der Laguna de Salicor war nichts los und als es dann auch noch zu regnen begann, schauten wir, dass wir zügig zum Auto kamen. Bei dem Wetter reichen dann 50 km auch.

 

 

Wir fahren weiter in die Extremadura. Welch ein tolles Wort! So toll, wie auch die Region. Kleine malerische Orte, freundliche Menschen, die bei unseren Anblick zuerst große Augen bekommen und dann begeistert den Daumen hochrecken! Wir durchqueren riesige Eichenwälder, in denen sich die berühmten Iberico-Schweine verstecken. Einmal bekamen wir auch eine kleine Rotte zu Gesicht. Sie ernähren sich nur von den Eicheln und liefern dann nach ein paar Jahren einen sehr hochpreisigen Schinken - jamón bellota!

Auch in Consuegra konnten wir der Burg nicht widerstehen. Diese war aber wirklich sehr gut restauriert und innen auch noch mit Gegenständen der damaligen Zeit dekoriert. Interessant war auch der Besuch einer Windmühle, wo man das komplizierte Innere zum Betrieb endlich mal genau ansehen konnte.

Die Landschaft ändert sich schon wieder. Jetzt erinnert sie mehr an Kanada mit vielen Seen, bewaldete Hügel in herbstlichen Farben. wir wollen nach Guadelupe, nach Santiago de Compostelle der bedeutendste Wallfahrtsort Spaniens. Die schwarze Jungfrau war allerdings sehr klein und hoch oben über dem Altar stehend geschützt von einen imposanten Eisengitter aus dem 16. Jahrhundert. vielleicht wegen des regnerischen Wetters haben wir von den Pilgermassen nichts gesehen. Im ehemaligen Kloster befindet sich nun ein Parador-Hotel. In den zwei Kreuzgängen sind jetzt ein prachtvoller Speisesaal untergebracht und in dem anderen ist ein üppiger mediterraner Garten angelegt worden. ¡Muy bien!

Etwas südamerikanische Geschichte erfuhren wir in Trujillo, der Geburtsstadt von Francisco Pizarro, der einen großen Beitrag zum Untergang des Inkareichs leistete. Doch Trujillo ist auch berühmt für seine Backwaren. In einer Bäckerei, voll mit lauter süßen Köstlichkeiten, kauften wir je zwei klitzekleine Mandelküchlein und Minizöpfe. Sie waren sehr lecker! Doch bei 7,80 € hätte ich fast Herztropfen gebraucht!

 

Halbzeit unseres Urlaubs und und die Schmutzwäsche hat sich ganz schön angehäuft, also steuerten wir am Abend noch den Campingplatz in Cáceres an, der uns Waschmaschine und Trockner versprach.

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Spanien 18.11. - 23.11.2014

Barcelona! Mitte November strahlend blauer Himmel, 25 Grad und pralles Leben, aber auch anstrengend. Was bei mir nicht fehlen darf sind die Sagrada familia - meine absolute Lieblingskirche -, der Güell-Park und das barrio Gotia. Leider ist die Zeit knapp, so müssen viele Sehenswürdigkeiten außen vor bleiben. Aber das Rumschlendern, in einer Bar bei cafe con leche oder einem Glas Wein sitzen und die Leute beobachten ist für uns sowieso das interessanteste! Nach zwei Tagen machen wir uns ins Landesinnere auf.

Über Morella mit seinem mittelalterlichen Ortskern, der Kathedrale mit ihrer blauen Kuppel, einer alten Stierkampfarena und der mächtigen Burganlage hoch oben auf einem Berg geht es weiter nach Teruel. Dank der spanischen Straßenbauer, die direkt neben gut erhaltenen Landstraßen neue, zweispurige Schnellstraßen anlegen und die alten nur durch kleine Erdwälle abriegeln, finden wir immer schöne Übernachtungsplätze, denn diese Wälle sind für Hiasl natürlich kein Problem!

 

Wir befinden uns gerade in einer urtümlichen Bergregion, im Schnitt auf 1500 m Höhe. Der Wind weht kräftig, wovon auch die vielen modernen Windparks zeugen. Teruel war eine ziemlich langweilige Kleinstadt, wo wir nur unsere Vorräte auffüllten. Unser eigentliches Ziel war Albarracín. Enge Gassen, schmale, in allen Rotschattierungen gestrichene Häuser und noch immer blühende Blumen und Sträucher. Ein Spaziergang führte uns auf die langgezogene Burg hinauf. Toller Ausblick von oben auf das Dorf mit den roten Ziegeldächern!

 Weiter ging es am Rio Tajo entlang, an dessen Ufern sich die Laubbäume schon rot gefärbt hatten. Die hoch aufragenden Berge links und rechts erinnerten an einen Canyon. Wir haben fast kein anderes Auto getroffen, Natur pur also! Erst bei der "ciudad encantada", der verzauberten Stadt, trafen wir wieder auf ein paar einheimische Touristen. Hier kann man riesige Steinskulpturen sehen, die durch Wind-, eis- und Wassererosion entstanden sind. Mit etwas Phantasie konnte man auch die vergebenen Namen wie Schiff, Bär mit Bärenkind, Meer etc. erkennen. Auf jeden Fall eine tolle zweistündige Wanderung.

 

Wir sind in Cuenca, der Stadt, der hängenden Häuser, angekommen. Hoch über dem Fluss gelegen wurden die Häuser mit abenteuerlichen Holzkonstruktionen direkt an den steil abfallenden Abhang gebaut. Aber was soll man sagen? Sie sind immer noch an Ort und Stelle! In Cuenca gibt es alles, was Touristen lieben: malerische Fotomotive in der Altstadt, eine alte Eisenbrücke mit vielen Schlössern und eine plaza major mit netten Bars, wo wir uns Bier, Weißwein und pucheros (Vorspeise des Tages) in der Sonne schmecken ließen und das Treiben um uns herum beobachteten.

 

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Spanien 14.11. - 17.11.2014

Endlich vier Wochen Urlaub! Doch wo ist es in Europa im November/Dezember noch einigermaßen warm? Ah, in Spanien sagt uns das www. Um die Anreise abzukürzen, bei neutralen Kosten, buchen wir noch schnell eine Fähre von Genua nach Barcelona und zurück.

Wir kommen erst gegen Mittag weg und fahren bei blauem Himmel dem Inn entlang bis ins Engadin. Zu Beginn noch rauf nach Samnaun um noch zu tanken und Parfüm zu kaufen. Ersparnis bei immerhin 25 ct pro Liter! Die abenteuerliche Fahrt im Dunkeln auf der kurvenreichen Straße wieder runter ins Tal war dafür nicht so lustig. Die Scheinwerfer unseres LKWs sind nicht die hellsten und so fanden wir erst in Scuol beim Altenheim einen Übernachtungsplatz.

 

Am nächsten Morgen macht uns der Hiasl Sorgen: der Keilriemen ist von der Welle gerutscht und kurz nach dem Maloja-Pass bei der italienischen Grenze musste Wolfgang bei strömenden Regen zur Reparatur ran. Eine Stunde später und nass bis auf die Unterhose zockelten wir weiter bei Nullsicht zum Comersee. Dort verabschiedete sich dann der Scheibenwischer. Nur durch immer wieder Anstubsen und dank der regenfreien vielen Tunnels schafften wir es aus den Alpen raus und fanden am Abend total erschöpft einen Parkplatz in einem kleinen Dorf.

Strahlender Sonnenschein heute morgen! Das Scheibenwischerproblem verdrängten wir erstmal, zumal Wolfgangs Diagnose lautete: neuer Wischermotor.

Wegen der katastrophalen Überschwemmungen in ganz Norditalien waren fast alle Autobahnzu- und abfahrten gesperrt. Über Umwege erreichten wir Crocefieschi, ein kleines Bergdorf in den ligurischen Alpen. Von hier wanderten wir über einen kleinen Klettersteig auf den Monte Croce. Endlich mal wieder etwas Bewegung!

 

So, heute Abend geht unsere Fähre. Die letzten 20 km runter nach Genua zogen sich wegen der vielen Erdrutsche ganz schön in die Länge. Aber kurz vor Mittag parkten wir unser Auto endlich am richtigen Terminal und machten uns zu Fuß auf in die Altstadt. Allerdings hat es schon wieder wie aus ,Eimern geschüttet und so verlegten wir den geplanten Stadtbummel kurzerhand in eine Bar. Doch trotzdem waren wir klatschnass, als wir wieder am Hafen ankamen. Da wir ganz vorne standen, dachten wir natürlich, dass wir auch als erste aufs Schiff kommen und haben uns auch nicht umgezogen. Doch leider waren wir nach drei Stunden Ent- und Beladen die letzten! Grrr!

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Unsere erste Ausfahrt, juhu!

Am Donnerstag bekam der Hiasl für ein Jahr TÜV und zwei Tage später brachen wir zur ersten Ausfahrt auf! Leider wurden aus der geplanten Woche dann arbeitsbedingt doch nur zwei Nächte, hmm.

Beim ersten Schneefall des Jahres fuhren wir nach Lengries, denn nicht die Entfernung sondern das Austesten des Equipements stand diesmal im Vordergrund.

Tagsüber kämpften wir uns durch kniehohen Neuschnee auf den Blomberg und Zwiesel bzw. auf das Seekarkreuz und dann kam das Auto dran.

Trotz Temperaturen unter dem Gefrierpunkt wurde es dank der Heizung kuschelig warm. Auch das Duschwasser erhitzte sich in annehmbarer Zeit auf 70° und somit reichten uns beiden die 11 l aus dem Boiler lässig! Entgegen aller Unkenrufe aus dem Netz gelang uns auch eine Pizza und ein Kuchen - ja, eine deutsche Hausfrau bäckt am Wochenende - aus dem Backofen wie zu Hause! Auch die Schubladeninhalte sind während der Fahrt an Ort und Stelle geblieben. Also alles bestens! Fast: denn unsere Nasen merkten, dass eine Kassettentoilette ohne SOG-Entlüftung gar nicht geht! Das Problem wurde dann zu Hause mit einer Bestellung umgehend gelöst und seither gab es keine Beanstandungen mehr.

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